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Auch die Katze "Atze" hat's richtig drauf /Berliner "Mukketier-Bande" präsentiert im Kursaal eine tolle Idee

Kinderfreuden: Sogar im Hühnerstall wird gerockt

Bad Eilsen (sig). Am Anfang stellt sich die Frage: Wie kann man für eine vor allem kindliche Zuhörerschar die Spannung im Kursaal über eine Stunde lang aufrecht erhalten ohne jegliche Spielszenen, Kostüme, Kulissenwechsel und zusätzliche Requisiten? Man kann. Das hat das Gastspiel der "Mukketier-Bande" am Sonnabend auf überzeugende Weise gezeigt.

veröffentlicht am 04.06.2007 um 00:00 Uhr

Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Im Bild rechts prüft

Bei musikalischen Darbietungen hält sich die Konzentration der Kinder erfahrungsgemäß in Grenzen. Das ist bei der Aufführung von Märchen oder Puppenspielen schon anders. Kinder möchten nämlich selbst mitmachen, wollen Teil des Geschehens werden und sich freuen, wenn das Gute über das Böse siegt. Die "Mukketier-Bande" hatte die ungewöhnliche Idee, die Tiere eines Bauernhofes musikalisch darzustellen. Sie wurden auf einer Leinwand im Hintergrund gezeigt als Solisten. Jedem (außer dem singenden Huhn und dem steppenden Pferd) wurde ein Instrument zugeordnet. Der Komponist Tom Reiss kam als Bauer Anton auf die Bühne und stellteseine tierischen Hofbewohner einzeln vor. Die Texte waren originell und kindgerecht; sie überforderten das Vorstellungsvermögen der jugendlichen Besucher nicht. Und die Musik kam in passenden Klangfarben und Rhythmen lustig und schwungvoll daher. Sie untermalte die Bewegungsabläufe und Eigenheiten der Vier- oder Zweibeiner desBauernhofes. Schon nach kurzer Zeit war zu spüren, wie sich bei den Kindern eine Erwartungsstimmung breit machte: Welches Tier und welches Instrument ist denn jetzt an der Reihe, kann sich solistisch und danach in der Gruppe präsentieren? Der Kontrabass wurde zum Beispiel dem Schaf zugeordnet, die E-Gitarre der Katze "Atze" und die Mundharmonika dem Schwein "Heiner". Bis auf das steppende Pferdchen und dem rockig singenden Huhn wurden alle Hoftiere als Instrumentalisten vorgestellt. Es gab noch einen zusätzlichen pädagogischen Effekt: Den Kindern wurde die Funktion eines jeden Instrumentes erläutert. Nach dem Auftritt konnten sie auf die Bühne kommen und dort ihr Talent auf dem Schlagzeug, dem Bass oder einer Gitarre erproben. Sie lernten zudem, dass man sich mit Hilfe getrockneter Erbsen und einem verschlossenen Gefäß ein Rhythmusinstrument basteln kann. Der Gelldorfer Landwirt Heinrich Eggelmann trug mit dem Aufstellen von Strohballen als Sitzkissen und mit der Möglichkeit, eine hölzerne Kuh zu melken, für zusätzliches bäuerliches "Feeling" bei. Außerdem gab es einen Stand der Landfrauen mit Spielangeboten und den Musikshop Lampe mit einer Ausstellung von Instrumenten. Dass neben dem Knax-Club der Sparkasse auch noch andere Sponsoren das Gastspiel der fünf ausgezeichneten Profimusiker ermöglich hatten, machte Jörg Nitsche bei der Begrüßung deutlich. Mit Musketieren hat der Name der 2005 gegründeten Berliner Band übrigens nichts zu tun. Der Komponist und Textdichter Tom Reiss, der die Rolle des Bauern Anton übernommen hatte, klärte uns auf: "Auf Mukke gehen heißt bei uns in Berlin, Musik machen zum Broterwerb." Zu seinen Berufskollegen und Mitstreitern, die auch noch in anderen namhaften Bands mitwirken, gehören Lou Noack (Kontrabass), Andreas Binder (E-Gitarre, Banjo), Alexander Bärike (Akkordeon, Perkussion, Mundharmonika) und der Schlagzeuger mit dem Künstlernamen Max S.

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