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Erzieherin bleibt / Eltern wollen nach Mammut-Gesprächen "Chance" nutzen / Supervisor soll beraten

Kinder sollen wieder lachen: Streik ist beendet

Samtgemeinde Nenndorf (fox). Der Streik im Kindergarten Helsinghausen ist beendet. Nach vier Tagen des Boykotts wegen einer Personalentscheidung der Samtgemeinde ohne Einbeziehung des Elternbeirates haben die meisten Väter und Mütter ihre Kinder wieder in die Tagesstätte an der Hauptstraße gebracht. Vorangegangen war eine Mammut-Diskussion am Montagabend. Bitterer Beigeschmack: Einige Eltern waren während der Diskussion aufgestanden und hatten angekündigt, ihre Kinder nicht mehr in die Tagesstätte zu bringen.

veröffentlicht am 21.03.2007 um 00:00 Uhr

Bis 23.15 Uhr haben rund 20 Mütter und Väter am Montagabend im Helsinghäuser Kindergarten mit der Leiterin Heidi Feuerhake, Vertretern des Landkreises und der Samtgemeinde zusammengesessen. Das Ergebnis ist dem Vernehmen nach eine Lösung, die als "Chance" sowohl für die neue Mitarbeiterin als auch für Kinder und Eltern gewertet wird. Die umstrittene Entscheidung der Samtgemeinde, kurzfristig eine neue Erzieherin dort einzusetzen, wird zwar beibehalten. Jedoch soll diese nicht mit den rund 25 Mädchen und Jungen allein gelassen werden. Sollte Feuerhake einmal nicht zugegen sein, soll eine bisher auf 15-Stunden-Basisbeschäftigte Kraft diesen Zeitraum abdecken. Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Kurt Junior bestätigte dies auf Anfrage. Mehrkosten kämen auf die Samtgemeinde dadurch nicht zu. Diese Lösung entspricht auch der Forderung vieler Eltern. Zunächst hatte der Beirat angekündigt, Erziehungsberechtigte als "Aufpasser" im Kindergarten abzustellen. Ins Kontor wird jedoch vermutlich eine weitere Vereinbarung zur Problembehebung schlagen. Denn eine professionelle Supervisorin soll für die Kita-Leitung bei Bedarf als neutrale Ansprechpartnerin beratend tätig werden. Verhandlungen dazu laufen. Junior hatte diesem Angebot zugestimmt. Anfallende Kosten sollen durch die Haushaltsstelle "Fortbildungskosten" finanziert werden. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass überplanmäßige Ausgaben bei einer Überstrapazierung der Haushaltsstelle genehmigt werden", sagte Junior. Die Inanspruchnahme der externen Beraterin solle nicht zu Lasten der Fortbildungen der Erzieherinnen gehen. Wie Ursula Büthe, beim Landkreis Schaumburg für Kindertagesstättenangelegenheiten zuständig, erklärte, würden Supervisoren in der Regel auf Stundenbasis tätig. Über Kosten konnte sie keine Angaben machen. Büthe hatte den Gesprächsabend moderiert und als "konstruktiv" in Erinnerung behalten. Sie wolle die Situation weiterhin im Auge behalten. Bestandteil der ausgearbeiteten Lösungen ist auch der Abschied der bisherigen Leiterin Alexandra Herde, wie Elternbeiratsmitglied Peter Fiedler erklärte. "Einige Kinder haben den plötzlichen Tod einer Erzieherin vor rund zwei Jahren nur schwer verkraftet." Der Fortgang Herdes dürfe deshalb nicht von heute auf morgen vonstattengehen. Wie Junior erklärte, werde die Mitarbeiterin den Mädchen und Jungen in Helsinghausen aus diesem Grund in dieser Woche noch zwei Tage erhalten bleiben, danach tritt sie ihren Dienst in Haste an. Die neue Erzieherin erhält zudem eine intensive Einarbeitung, bis sie sich akklimatisiert hat.



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