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Interhelp hilft international / „Wahre Helden sind die Spender“ / Großprojekt Kinderauszug 2009

Kinder sollen Geld für Notleidende erwandern

Hameln. Für sein humanitäres Engagement ist die gemeinnützige Hamelner Hilfsorganisation Interhelp von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, Göttingens Polizeipräsident Hans Wargel, Hameln-Pyrmonts stellvertretendem Landrat Helmut Zeddies und Hamelns Bürgermeisterin Ina Loth gelobt worden. Wulff sprach den ehrenamtlichen Helfern den Dank der Landesregierung aus. Interhelp setze für das Land Niedersachsen bereits das dritte Hilfsprojekt auf Sri Lanka um. „Dieses Engagement ist so beachtlich wie nachahmenswert“, so der Ministerpräsident weiter.

veröffentlicht am 13.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 18:41 Uhr

Die Freundschaftsbänder, die Mönche auf Sri Lanka als Dank für d

Autor:

Matthias Rohde

Nach dem Bau einer Müllverbrennungsanlage und einer Kläranlage auf dem Gelände eines Krankenhauses in Balpitiya arbeiten die Hamelner seit März daran, ein ganzes Dorf mit Trinkwasser zu versorgen. Grund: In dem Ort Pinhene, in dem allein 900 Kinder leben, sind alle Brunnen verseucht.

Bürgermeisterin Ina Loth bezeichnet die Helfer als „Botschafter der Stadt Hameln“, die den Menschen in Nah und Fern auf gleicher Augenhöhe begegneten, klar auf eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe setzten und wohl auch deshalb so erfolgreich seien. Der stellvertretende Landrat Helmut Zeddies meint, der Landkreis Hameln-Pyrmont könne stolz auf eine solch effektiv und vorbildlich agierende Organisation sein. „Sie leisten Beachtliches und setzen ein Zeichen für Solidarität und menschliches Miteinander“, so Zeddies.

Polizeipräsident Hans Wargel, im Gebiet der Polizeidirektion Göttingen auch zuständig für den Katastrophenschutz, über die heimische Hilfsorganisation: „Ich finde das, was Interhelp weltweit leistet, anerkennens- und unterstützenswert. Davor kann man nur den Hut ziehen.“

Weil alle Brunnen in Pinhene verseucht sind, müssen diese Kinder unter dem Mangel an Trinkwasser leiden.

Herzensgute Geber und Gönner

Ulrich Behmann meint, für ihn seien die wahren Helden diejenigen Menschen, die Interhelp ihr Vertrauen und ihr Geld schenkten. „Ohne diese herzensguten Geber und Gönner wären wir nichts“, sagte der Vorsitzende. Wo und wem die Hameln-Pyrmonter im vergangenen Jahr geholfen haben, erläutert Behmann: Die auf zwei Kontinenten (Asien und Europa) umgesetzten Maßnahmen seien für die betroffenen Menschen in der Region auch Anlass, verschüttetes oder verloren geglaubtes Selbstvertrauen wiederzuerlangen, so der Interhepler. „Die Einwohner von Pinhene haben selbst eine Bürgerorganisation gegründet, sodass alle gemeinsam auf Augenhöhe an dem Projekt arbeiten, niemand sein Gesicht verliert und die Hilfe zur Selbsthilfe ganz praktisch wird.“

In einem kleinen Dorf in Bulgarien hatte Interhelp bereits im Jahr 2007 eine Art Seniorenzentrum eingerichtet. Nun fragte der Bürgermeister der Stadt Shabla bei Interhelp nach, ob die Hamelner Hilfsorganisation so etwas auch in seiner Stadt umsetzen könne. Behmann schildert, wie diese Art Projekte umgesetzt werden.

„Die Stadt stellt einen Raum für die Senioren zur Verfügung. Interhelp kommt für die Inneneinrichtung auf. Mit nur 1000 Euro lässt sich viel bewegen.“ Mittlerweile wollen nicht nur viele weitere Bürgermeister diese Idee aufgreifen und umsetzen, sondern auch die Medien sind beeindruckt von diesem einfachen, wie effektiven Projekt, das einmal mehr den Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe in den Vordergrund stellt.

Viele weitere – kleinere und größere – Projekte hat Interhelp im letzten Jahr umgesetzt: 3500 gebrauchte Brillen fanden neue Besitzer, einem Tischler wurde eine elektrische Kreissäge beschafft, die es ihm ermöglicht, Aufträge anzunehmen und mit seinen eigenen Händen Geld zu verdienen, die Tempelschule wurde fertiggestellt und wird nun von einem Kooperationspartner aus Frankfurt eingerichtet.

Geld für jeden Kilometer

Interhelper Reinhold Klostermann stellt das größte Projekt in diesem Jahr vor: Den weltweit größten Kinderauszug. Am 26. Juni, also genau an dem Tag, an dem der Rattenfänger seinerzeit die Kinder aus der Stadt führte, sollen – so der Plan – 725 Kinder von Hameln nach Coppenbrügge wandern. Jeder absolvierte Kilometer eines jeden Kindes wird mit einem Betrag vergütet. Klostermann: „Die Kinder ‚besorgen‘ sich einen Paten, der vorher festlegt, was er für einen erwanderten Kilometer spenden möchte“. Die Strecke, die von der Innenstadt Hamelns über Afferde und Behrensen nach Coppenbrügge führt wird in allen Orten von kleinen und größeren Veranstaltungen gesäumt sein. Klostermann zeigt sich sichtlich beeindruckt von der Unterstützung die Interhelp bei diesem Projekt erfährt: „Es ist unglaublich, wie hilfsbereit die Menschen, die Partner, andere Organisationen, Firmen und die beteiligten Ortschaften sind.“ Ein großes Dankeschön richtete der stellvertretende Vorsitzende an die Gemeinde Coppenbrügge: „Was die dort auf die Beine stellen, das ist schon der Knüller.“ Klostermann sagte, dass die Spenden aus diesem Projekt notleidenden Kindern zu Gute komme, allein die Hälfte werde für bedürftige Kinder im Landkreis verwendet.

Interhelp bittet um Spenden, um weiter Menschen in Not helfen zu können. Informationen im Internet: www.interhelp.info und bei www.wesio.de/user/Interhelp (siehe Medien)



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