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Tragödie in Hameln / Hubschrauber kreist über Südstadt

Kind stirbt an Stromschlag

veröffentlicht am 07.09.2018 um 22:38 Uhr

Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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HAMELN. In Hameln hat sich am Freitagnachmittag ein tragischer Unfall ereignet. Dabei ist ein zehn Jahre alter Junge ums Leben gekommen.

Nach Angaben der Polizei war das Kind an der Prinzenstraße in der Südstadt auf einen Kesselwaggon geklettert. Es hatte zuvor auf den Gleisen gespielt – gemeinsam mit zwei Freunden. Ein Augenzeuge sagte, der Zehnjährige sei auf dem Waggon gestolpert und habe sich an der 15 000-Volt-Oberleitung festhalten wollen.

Gegen 16.30 Uhr hörte eine Anwohnerin (48) einen lauten Knall. Sie ahnte das Schlimmste, wählte den Notruf 112. Als sie nach draußen ging, seien ihr zwei Jungen entgegengekommen. Sie hätten ihr berichtet, was sich kurz zuvor auf dem Bahndamm ereignet hatte. Die Leitstelle schickte außer einem Notarzt-Einsatzfahrzeug und einem Rettungswagen auch den Rüstzug der Feuerwehr zum Unglücksort. Für den Hamelner, der vor drei Tagen seinen zehnten Geburtstag gefeiert hatte, kam jede Hilfe zu spät. Er muss sofort tot gewesen sein.

Brandoberinspektor Christian Voß forderte eine Notfallseelsorgerin an. Ein Hubschrauber der Bundespolizei kreiste über der Unglücksstelle. Zunächst seien sämtliche Gleise von und nach Hameln gesperrt worden, hieß es. Die Nachricht von dem Unfall verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Angehörige versammelten sich am Absperrband – sie mussten von Polizisten zurückgehalten werden. Um die Lage zu entschärfen, wurde der Vater später auf eigenen Wunsch zu seinem Sohn gelassen.

Erst im März 2016 zog sich eine 18-Jährige an der Sertürnerstraße schwerste Verbrennungen zu – auch sie war auf einen Waggon geklettert. 2006 kam ein 15-Jähriger am Güterbahnhof ums Leben.

Was viele nicht wissen: Nähert man sich einer Oberleitung auf 1,50 Meter, kann es bereits zu einem Funkenüberschlag kommen.



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