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Schaumburger Fußballer fallen im Fair-Play-Vergleich zurück / NFV-Kreis jetzt auf Rang 42

Kicker untermauern Ruf als "Holzhacker"

Fußball (pm). Die Reaktion istüberraschend: Die schaumburger Kicker scheinen sich aus einem landesweit negativen Image nicht viel zu machen. Schon der 32. Rang in der Vergleichsliste des VGH-Fairness-Cups in der Winterpause wurde im Vorstand des Kreisverbandes negativ bewertet, doch die Entwicklung seitdem ist noch schlechter.Die Schaumburger untermauern bei ihren Nachbarn ihren Ruf als "Holzhacker".

veröffentlicht am 18.07.2006 um 00:00 Uhr

Die Kicker des TSV Liekwegen haben in Scahumburg in der Fair-Pla

In der Rückserie 2006 haben sich die Fußballer hier zu Lande auf den Spielfeldern zwar den Zahlen nach fairer verhalten als im ersten Halbjahr der Saison. Beim genaueren Hinsehen wird aber deutlich, dass die Verbesserung des Vergleichswertes - einem Quotienten aus gesammelten Strafpunkten für Gelbe und Rote Karten sowie Punkten für Sportgerichtsurteile geteilt durch die Anzahl der bestrittenen Spiele - nur minimal ist und dem niedersachsenweiten Trend deutlich hinterher läuft. Im Vergleich der Kreise fiel der Schaumburger Verband sogar auf den 42. Rang unter 47 Kreisen zurück. Gäbe es eine zweite Fairness-Liga, wäre dies die Abstiegszone der Tabelle. Die Schaumburger kicken am Trend vorbei. Denn während sich der ehemalige Niedersachsenligist SV Bad Rothenfelde als Gesamtsieger mit einem Wert von 0,66 an der Spitze deutlich absetzt und die extremen Ausreißer nach unter, die einen Quotienten jenseits der acht oder gar neun aufweisen, nicht mehr in der Liste zu finden sind, ereignen sich dieVerbesserungen der einzelnen Teams in Schaumburg eher im so genannten namenlosen Mittelfeld. Bewegungen einzelner Mannschaften nach oben und nach unten sind minimal und gleichen sich im Gesamtbild aus. An den Rändern der schaumburger Wertung gibt es dagegen nur negatives zu berichten. Der TuS Niedernwöhren, der als Kreisbester die Tabellenführung aus dem Winter verteidigt hat, verschlechterte sich im zweiten Halbjahr der Saison um 0,2 Wertungspunkte und fiel damit landesweit um 13 Plätze zurück auf Rang 28. Neues Schlusslicht ist Kreisligist SV Todenmann, der einen Quotienten von 5,4 aufweist. Der Rückzug des Teams vom Spielbetrieb in der Kreisliga dürfte sich also positiv auf den schaumburger Gesamtquotienten auswirken. Im Winter war das damalige Schlusslicht TuS Riehe noch um fast 0,4 Punkte besser. Sieben Rote Karten und eine Teamstrafe für einen nicht spielberechtigten Spieler plus 81 Gelbe und 12 Gelb-Rote Karten rissen die Kirschendörfler in den Keller der Tabelle und auf Rang 1147 von 1171 gewerteten Mannschaften von der Bundes- bis zur Kreisliga. Das absolute Schlusslicht der niedersächsischen Tabelle bildet der SV Phiesewarden aus der Kreisliga Friesland/Wilhelmshaven/Wesermarsch. Ebenfalls sieben Rote Karten, dazu 14 mal Gelb-Rot, 89 Mal Gelb und 20 Punkte für Sportgerichtsurteile bringen dem Team nicht nur einen Vergleichswert von 7,15, sondern von der Pressestelle des niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) auch den Spitznamen "SV Fiese Waden" ein. Völlig ohne Platzverweis hätte dagegen der SV Bad Rothenfelde auskommen können. Das Team, das nach seinem Rückzug aus der Niedersachsenliga offenbar nicht nur sportlich einen Neuanfang macht, erhielt erst am letzten Spieltag eine Gelb-Rote Karte für ihren Mittelstürmer wegen Meckerns. Dennoch liegt der Kreisligist (Osnabrück-Land) deutlich mit 0,19 Punkten Vorsprung vor der SG Eldingen (Celle). Alle Spiele vollzählig beendeten niedersachsenweit nur neun Mannschaften, darunter auch der schaumburger Kreisligist TSV Liekwegen, der damit an die Fair-Play-Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Die Elf wird für dieses Kunststück auch eine besondere Ehrung erhalten. Lohn für ein positives Verhalten, das beim TSV nun schon geraume Zeit auszumachen ist und auch das Bild des Vereins nach außen hin nachhaltig prägen kann. In Sachen Fair-Play begeistern auch die unteren Spielklassen im Kreisgebiet, die allerdings nicht in die Wertung um den VGH-Fairness-Cup gelangen. Lediglich der SV Beckedorf 4,03 in der 1. Kreisklasse würde in der VGH-Wertung einen Platz im unteren Viertel der Tabelle erreichen. Alle anderen Teams der fünf Staffeln in der 1. bis 3. Kreisklasse wären besser platziert. Mit herausragender Fairness begegneten sich die Fußballer in der 3. Kreisklasse Nord, in der der TuS SW Enzen II (0,57) und der TuS Niedernwöhren III (0,64) sogar bessere Werte erreichten als der SV Bad Rothenfelde. Für beide schlugen ausschließlich Gelbe Karten im Strafregister zu Buche - 16 für Enzen und 18 für Niedernwöhren. Zum Vergleich: Die Spieler des SV Union Stadthagen sahen in der Bezirksklasse neben anderen Strafen allein 102 Mal den gelben Karton. Weitere Spitzenwerte in der 3. Kreisklasse erzielten der TSV Hagenburg III (0,71) und der TuS Lauenhagen II (0,82) in der Südstaffel. Für die Mannschaften der oberen Spielklassen kann das Motto für die neue Spielzeit aber nur heißen: mehr Fair-Play auf dem Rasen. Denn nicht nur mit Toren und Punkten kann man Meisterschaften gewinnen. Auch ein vorderer Platz in der Fair-Play-Wertung des NFV kann durchaus Ruhm und Anerkennung einbringen - neben stattlichen Preisen. Die bevorstehende Saison bietet eine ausreichend Möglichkeiten zur Verbesserung, damit die Schaumburger die Abstiegszone der Fair-Play-Wertung verlassen können.

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