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Handwerker zur aktuellen Lage / Herbstgutachten aus Hannover / Teil 2

Kfz-Innung: Lage befriedigend - Bäcker: Sagenhafter Preisanstieg

Landkreis (bus). Die Handwerkskammer Hannover beobachtet in ihrem aktuellen Herbstgutachten einen Tempoverlust des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs. In der repräsentativen Umfrage belegt der Landkreis Schaumburg den vorletzten Platz (wir berichteten gestern). Eine Anfrage unserer Zeitung bei den Obermeistern der Kreishandwerkerschaft förderte zum Teil erhebliche Unterschiede in der Gesamtbeurteilung zutage.

veröffentlicht am 19.10.2007 um 00:00 Uhr

Die Friseur-Innung beschäftigt innerhalb der Kreishandwerkerscha

Für die Kraftfahrzeughandwerke zeichnet die Kammer, gemessen am Gesamthandwerk, ein "weit überdurchschnittliches" Geschäftslagebild. Damit mag Obermeister Heinz Stelzer nicht konform gehen. "Es sieht nicht gut aus", bekräftigt der Innungschef von etwa 400 Arbeitnehmern. Als Note könne er allenfalls ein "befriedigend" vergeben. Die Branche habe mit Rückgängen bei Aufträgen und Neuzulassungen zu kämpfen. Stelzers Befürchtung: "Einige Betriebe könnten auf der Strecke bleiben." Die aus Hannover "erstmals seit Jahren" vermeldeten "leichten konjunkturellen Schübe" im Nahrungsmittelhandwerk hat Dieter Pesella (Bäcker-Innung) in Schaumburg bislang nicht festgestellt. Gerade die Backwarenhersteller sähen sich gegenwärtig mit einem "sagenhaften Preisanstieg" bei Rohstoffen und Energie konfrontiert. Eine Anpassung der Verkaufspreise sei unvermeidlich. Dennoch mag Pesella nicht schwarz sehen: "Zuversichtlich muss man immer sein, sonst kann man gleich aufgeben." Walter Hardekopf, der der Fleischer-Innung vorsteht, geht mit dem Gutachten in soweit konform, wie es den weiteren Geschäftsverlauf als "von verhaltener Zuversicht geprägt" beschreibt. Im Landkreis führe allerdings die zunehmende Filialisierung zu Verwerfungen. Es sei nach wie vor schwierig, ausreichende Erträge zu erzielen. Positiv beurteilt Hardekopf die Situation der Innung im Praktikums- und Ausbildungsbereich. "Die Aufmerksamkeit uns gegenüber ist enorm gestiegen." Um Aufmerksamkeit, gerade auch unter Auszubildenden, muss sich der jüngst im Amt bestätigte Obermeister der Friseur-Innung, Thomas Fricke, keinen Kopf machen. Die von ihm betreuten 68 Mitgliedsbetriebe beschäftigen parallel zu 200 Arbeitnehmern 76 Lehrlinge. Zum Vergleich die Baugewerke-Innung: 39 Betriebe, 350 Arbeitnehmer, 20 Auszubildende. Die Umfrage bilanziert für die peronenbezogenen Dienstleistungshandwerke (Friseure, Schneider, Schuhmacher) "eine sich stetig verbessernde wirtschaftliche Situation". Fricke: "Das sehen wir nicht so." Die Coiffeure müssten sich vor allen Dingen gegen Billigläden behaupten. Es zeichne sich aber eine Tendenz zurück zu Qualität und Exklusivität ab. Im Vergleich etwa zum Bauhandwerk sei darüber hinaus der Winter in den Salons nicht unbedingt die schlechteste Jahreszeit. Das beurteilt die Kammer ähnlich: "Angesichts des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts wird nicht nur vorsichtig optimistisch in die Zukunft geschaut, sondern es wurde im Berichtsquartal auch schon kräftig investiert."

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