weather-image
-2°
Bürgerinitiative soll sich am 11. Oktober gründen / Erste Maßnahmen laufen an

Keller unter Wasser - jetzt reicht's: Exten will besseren Hochwasserschutz

Exten (wm). Eine Bürgerinitiative "Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Exten" wollen Susanne Hampel und Hermann Bünte ins Leben rufen. Deshalb werde in dieser Woche allen Extener Bürgern eine Einladung zugeschickt, am Donnerstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr ins Gasthaus "Zur Post" zu kommen, kündigte Susanne Hampel am Mittwoch im Ortsrat an.

veröffentlicht am 21.09.2007 um 00:00 Uhr

Wenn die Bierfässer im Exterwasser schwimmen: Beim Hochwasser am

Dass bei Dieter Tornow getagt wird, hat auch Symbolcharakter: Dass nämlich das Hochwasser der Exter, wie am 21. August, in die Keller des Gasthauses gelaufen ist - die Mittelstraße stand 1,50 Meter unter Wasser - das haben selbst ältere Extener bisher noch nicht erlebt. Es sei das höchste Hochwasser in Exten seit 1937 gewesen, erinnerte Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer. Was ihn beunruhigt: "Hochwasser sind bisher alle fünf bis zehn Jahre gekommen, im August war es bereits das zweite in diesem Jahr." Deshalb sprach sich dann auch der Ortsrat dafür aus, man sollte alle Möglichkeiten ausloten, um den Hochwasserschutz im Dorf zu verbessern. Im August, so Kretzer, "sind wir durchs Dorf geirrt auf der Suche nach Sandsäcken". Kretzer schlug vor, beispielsweise in der Feuerwehr für solche Fälle ein Sandsackdepot einzurichten. Kretzer und andere Ortsratsmitglieder waren sich einig, dass auch jeder Einzelne etwas für den Hochwasserschutz auf seinem Grundstück tun müsse. Nur habe hier eine Bürgerinitiative bessere Möglichkeiten, Infos einzuholen und Systeme zu vergleichen, als der einzelne Bürger. Eingeladen werden soll zu der Bürgerversammlung auch Diplom-Ingenieur Carsten Schwitalla vom Ingenieurbüro "Stadt, Land, Fluss" aus Hannover, der im Rahmen eines Leader-plus-Projekts die Hochwassersituation an der Exter untersucht und betont hat, wirksame Hilfe müsse im Oberlauf der gut 25 Kilometer langen Exter ansetzen. Doch in erster Linie müssten die betroffenen Anwohner selbst etwas tun. So gebe es beispielsweise unterschiedliche Dichtungssysteme und Hochwasserbarrieren für den Objektschutz, die auch bei Altbauten montiert werden können. Jürgen Maack kann sich auch vorstellen, dass man sich einmal in Städten umschaut, die jedes Jahr mit Hochwasser leben müssen wie Köln oder Passau. Und Maack erinnerte daran, dass auch Extener vom Starkregen betroffen gewesen seien, die nicht direkt an der Exter wohnen, beispielsweise die Anlieger am Fasanenweg. Erster Stadtrat Jörg Schröder versicherte, auch die Verwaltung sei nicht untätig. So gebe es demnächst ein Gespräch mit dem Bürgermeister aus dem Extertal. In dem Gespräch soll erörtert werden, welche Hochwasserschutzmaßnahmen im oberen Exterbereich möglich sind. Eine erste Maßnahme ist bereits angelaufen: Zurzeit sei eine Baufirma im Auftrag des Unterhaltungsverbands dabei, die Exter von Treibholz zu befreien, etliche Bäume zu fällen, das Wehr freizuräumen und Sandbänke zu entfernen, schilderte Schröder. "Warum", fragte sich da Susanne Hampel, "ist das nicht vor dem August-Hochwasser geschehen?"

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare