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Staatsanwaltschaft in Bückeburg legt Beschwerde ein gegen die Entscheidung des Rintelner Richters

Keine Notwehr? Iraker soll doch hinter Gitter

Rinteln (wm). Der 33-jährige Asylbewerber aus dem Irak, der am 17. Oktober vor dem Modehaus am Pferdemarkt einen 21-Jährigen aus Montenegro niedergestochen und tödlich verletzt hatte, war bei seiner Vorführung vor dem Haftrichter in Rinteln wieder freigelassen worden. Der Richter hatte nicht ausschließen wollen, dass der Iraker in Notwehr gehandelt haben könnte und den Haftbefehl außer Kraft gesetzt.

veröffentlicht am 02.11.2006 um 00:00 Uhr

Wie Klaus Jochen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Bückeburg, gestern auf Anfrage mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft gegen diese Entscheidung des Rintelner Richters Beschwerde eingelegt und Haft für den Iraker gefordert. Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einer Notwehrsituation aus. Das 21-jährige Opfer ist von dem Iraker mit einem Messer im Hals, in der Brust und im Rücken getroffen worden. Tödlich waren nach dem Ergebnis einer Obduktion die Stiche in Hals und Lunge. Wie zu hören war, ist der Iraker in einem Krankenhaus außerhalb des Landkreises untergebracht worden, da die Polizei befürchtet, es könnte ein Racheakt auf ihn verübt werden. Sollte der Richter seine Entscheidung nicht revidieren, wird letztlich die Beschwerdekammer des Landgerichts darüber entscheiden. Wie Gabriela Mielke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg gestern erläuterte, wartet man derzeit noch auf die Auswertung der Spuren an der mutmaßlichen Tatwaffe durch das Labor des Landeskriminalamtes. Die Waffe, ein handelsübliches Klappmesser, war von Polizeihunden bei einer Suchaktion in einem Gebüsch in der Nähe des Tatortes gefunden worden.

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