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Visitation: Landesbischof Jürgen Johannesdotter auf Ortsbestimmung in der Kirchengemeinde Bad Eilsen

Keine Kritik, lediglich kleinere Wünsche

Luhden (möh). "Nein", beeilte sich der "Chef" zu beteuern, "bei dieser Visitation handelt es sich um keine Kontrolle, sondern um einen reinen Informationsbesuch, um zu erfahren, was die Landeskirche in Zukunft verbessern kann." Dennoch hörte der schaumburg-lippische Landesbischof Jürgen Johannesdotter in der Kirchengemeinde Luhden keine Kritik, sondern nur Lob für die Gemeinde und Pastor Lutz Gräber. Drei Wünsche wurden vorgetragen. So wünscht man sich für die Rasengräber auf dem Friedhof eine kleine Gedenkstätte, und dieLandeskirche möge eine Regelung mit den Schulen für den Katechumenen- und Konfirmandenunterricht finden. Außerdem möchte der Organist der Kirchengemeinde eine kleine Pfeifenorgel haben.

veröffentlicht am 29.02.2008 um 00:00 Uhr

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In dieser Woche besucht Landesbischof Jürgen Johannesdotter die Kirchengemeinde Bad Eilsen, um eine Ortsbestimmung der Gemeinde vorzunehmen und eventuell die Gemeindearbeit zu überdenken. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst und einem Kirchenkaffee mit allen interessierten Gemeindegliedern fand im Kirchenzentrum in Luhden ein Gesprächmit allen örtlichen Luhdener Vereinen und Verbänden, mit Bürgermeister Peter Zabold, Gemeindedirektorin Svenja Edler, dem Gemeinderat und allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde Luhden statt. Ergebnis: In Luhden ist die Welt mehr als in Ordnung. Alle Vereine und Verbände in Luhden stehen zusammen und hinter der Kirche mit Pastor Lutz Gräber und seiner Familie. Die Vereine freuen sich, dass der Pastor sich aktiv auch im Vereinsleben betätigt, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind sehr zufrieden mit dem Umfeld, in dem sie höchst eigenständig arbeiten dürfen - und wenn sie Hilfe benötigen, steht Lutz Gräber sofort zur Verfügung. Ein inniges Verhältnis haben auch die Kirchengemeinde und der "Nachbar" Feuerwehr, wie dem Landesbischof und dem ihn begleitenden Superintendenten Joachim Liebig erzählt wurde. Gemeinsam organisieren Kirche und Wehr den Tag der offenen Tür der Wehr und das Erntedankfest der Kirche. Uneigennützig steht Pastor Gräber bereit, wenn die Kameraden der Wehr wieder einmal einen schrecklichen Unfall mit Toten auf der Autobahn erlebt haben und zur Verarbeitung der Eindrücke psychologische Hilfe benötigen. Ortsbrandmeister Jürgen Diekmann: "Wir haben einen Pastor, um den uns so manche Gemeinde beneidet". Voll des Lobes für die Kirche war auch Bürgermeister Peter Zabold. Die Kirche stehe nicht neben der Kommune, sondern mitten in der Gemeinde und trage wesentlich zum Gemeinwohl in Luhden bei. Dieses sei zum größten Teil Lutz Gräber und seiner Familie zu verdanken. Zabold: "Einen besseren Pastor können wir unsnicht vorstellen". Kritik wurde an der Kirche in Luhden nicht geäußert. Lediglich kleinere Wünsche hörten Landesbischof Johannesdotter und Superintendent Liebig. So möchte man eine kleine Gedenkstätte auf der Fläche Rasengräber auf dem Friedhof in Luhden, damit die Toten nicht ganz so anonym bestattet seien und die Angehörigen die Möglichkeit hätten,zum Beispiel an Geburtstagen der Angehörigen Blumen nieder zu legen. Die mögliche Finanzierung wurde gleich mitgeliefert. Man könne doch wegen einer Spende Kontakt mit den Firmen im Gewerbegebiet Luhden aufnehmen. Für etwa 600 Euro sei eine Gedenkstätte zu bekommen. Der Organist in der Kirchengemeinde wünschte sich eine Pfeifenorgel, sie müsse nicht viel Geld kosten. Schließlich brennt auch den Luhdenern die Situation der Katechumenen und Konfirmanden auf den Nägeln. Die Schule gehe bis in den frühen Nachmittag, dann stehe noch der Weg nach Hause an, bevor es in den kirchlichen Unterricht gehe. Superintendent Joachim Liebig erläuterte, es gebe verschiedene Variationen, um Schule und Kirche auf einen Nenner zu bringen. Noch in diesem Jahr lasse sich eine Lösung finden. "Ich bin nicht nach Luhden gekommen, um Klagen zu hören", betonte Landesbischof Jürgen Johannesdotter. Er sei sehr zufrieden, zu hören, wenn das Zusammenleben von Kirche, Vereinen und Kommune funktioniere. Es sei für ihn eine Genugtuung, wenn ein Pastor vorhanden ist, der nicht im Wege steht und mit dem Klingelbeutel wedelt, sondern sich aktiv in das Leben einbringt. Am Samstag, 1. März, wird der Landesbischof ab 15 Uhr in der "Offenen Christuskirche" zu Gast sein. Am 2. März endet die Visitation mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Christuskirche und einem anschließenden Kirchenkaffee.



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