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Tierschutzverein trifftöfters auf überforderte Reptilien-Halter / Drei Hunde als Problemfälle

Keine Katzenschwemme - Sorge um Exoten

Bad Nenndorf (fox). Jutta Schneider ist erleichtert. Denn die in der Ferienzeitübliche Katzen- und Hundeschwemme ist im Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf und Umgegend bislang ausgeblieben.

veröffentlicht am 05.08.2008 um 00:00 Uhr

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Rund 45 Tiere versorgt der Verein derzeit aus ehrenamtlicher Kraft. "Wir sind zum Glück im durchschnittlichen Bereich geblieben", sagt die Vorsitzende. In der Quarantänestation maunzen die kleinen Kätzchen. "Neuzugänge", sagt Schneider. Zur Sicherheit werden die Fundtiere für einige Tage in getrennten Boxen untergebracht. Eine Floh- oder Katzenschnupfen-Epidemie kann sich der Verein nicht leisten. Trotz Spenden und engagierten Helfern aus Bad Nenndorf und Rodenberg bewege sich der Verein stets am Limit, sagt die Tierschutzvereinsvorsitzende. Rund 40 000 Euro jährlich verschlingen Katzen, Hunde, Kleintiere sowie Unterhaltung und Ausbaukosten der Auffangstation hinter der Kläranlage. Eine Menge Geld für den kleinen Verein, und es gibt immer etwas zu tun für Schneider und Co. Gerade erst hat die Vorsitzende zwei kranke Bartagamen befreit. Die eigentlich in Australien beheimateten Echsen hatte sie in einem Baumarkt entdeckt. "Dort waren sie zum Verkauf angeboten", berichtet Schneider kopfschüttelnd. Reptilien gehören zu einer der Arten, die dem Tierschutzverein Sorgen bereiten. Denn die Zahl der Exoten wächst in heimischen Haushalten. Doch damit steigt auch die Zahl der Halter, die überfordert sei mit der Pflege der meist empfindlichen Tiere. Selbst der Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf lässt bei Reptilien lieber die Profis ans Werk: "Wir haben die Bartagamen in der Wildtierstation in Sachsenhagen abgegeben." 30 Katzen, drei Hunde, zehn Kaninchen und zwei Mäuse sind zurzeit in der Tierauffangstation in Bad Nenndorf untergebracht. Schneider macht sich keinerlei Sorgen, die Katzen loszuwerden. Der schwarz-weiße Kater Paulchen sei bereits vorgemerkt, erklärt Helferin Gitta Engelke, er müsse nur noch seine Verdauungsbeschwerden auskurieren. Derzeit wird das Futter umgestellt - das soll helfen. Auch Mikesch und Martha, die beiden getigerten Katzenwelpen, haben bereits ein neues Zuhause und warten auf ihre Abholung. Der Rest der Katzenbande genießt den Auslauf im Freigehege und turnt auf Regalbrettern und Kratzbäumen. 40 bis 80 Euro koste eine Katze - je nach dem, wie viele Tierarzt- und andere Kosten der Verein bereits in das jeweilige Tier investieren musste. Die Katzen bereiten dem Verein wenig Sorgen. Wohl aber die drei Hunde. Denn Terrier Tiffy (4) ist undiszipliniert und beißt, Mischlingsrüde Snoopy (14) ist alt und Schäferhündin Kira (6) leidet unter einem rassetypischen Hüftgelenkschaden. Diese Tiere zu vermitteln, darauf hofft Schneider zwar. "Es wird schwierig", spricht die Vorsitzende aus Erfahrung. Der Tierschutzverein ist auf vielerlei Hilfe angewiesen. Auch ehrenamtliche Helfer sind gesucht. Wer sich für diese Arbeit interessiert, kann sich mit Schneider unter (05723) 8 29 02 in Verbi ndung setzen.

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