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Vehlen sucht seine Zukunft: Kleingewerbe wäre herzlich willkommen

Keine Flurbereinigung - aber vielleicht ein Blockheizkraftwerk?

Vehlen (sig). Vehlen hat sich auf die Suche nach seiner Zukunft begeben. Man will nicht mehr alles (wie früher) dem Zufall überlassen, sondern möchte rechtzeitig Weichenstellungen vornehmen. Das hatte der Ortsrat beschlossen und damit die Hoffnung verbunden, dass sich dem dafür gegründeten Arbeitskreis möglichst zahlreiche Einwohner anschließen. Das lief nicht ganz so gut, könnte sich jetzt aber nach der Veranstaltung am vergangenen Sonnabend ändern.

veröffentlicht am 02.10.2007 um 00:00 Uhr

Was dem Dorf fehlt, ist ein eindeutiger Mittelpunkt: Zwischen Fe

Die Mitglieder des Arbeitskreises hatten die Bürger des Ortes zu einer Zwischenbilanz der bisherigen Beratungen eingeladen. Dabei ging es auch darum, neue Ideen und Anregungen zu sammeln und Mitstreiter für die weiteren Beratungen zu gewinnen. Über die bisher entwickelten Konzepte informierten Mitglieder des Arbeitskreises im Rahmen von Kurzreferaten in der gut besuchten Vehlener Kirche. Die Einleitungübernahm der Städteplaner Wolfram von Lange aus Hannover. Er erinnerte an das 950-jährige Bestehen Vehlens, das 2005 gefeiert wurde. Dieses Jubiläum habe der Ortsrat zum Anlass genommen, den Blick nach vorn zu richten. Zudem gebe es seit 2005 Richtlinien für die Förderung einer integrierten ländlichen Entwicklung. Vehlen möchte solche EU-Mittel für die eigene Dorferneuerung beantragen. Volker Wehmeyer gab eineÜbersicht über die bauliche Entwicklung des Ortes, die mehr dem Zufallsprinzip entspräche als irgendeiner städtebaulichen Planung. Die meisten Häuser nach dem Kriege seien im Bereich des Kleistringes entstanden und bedeuten eigentlich eher eine Erweiterung Obernkirchens, das nach Vehlen hineinwachse. Die Notwendigkeit einer Flurbereinigung verneinte Wehmeyer. Die verbliebenen Landwirte hätten schon untereinander dafür gesorgt, dass eine sinnvolle Bewirtschaftung ihrer Flächen möglich sei. Als ausbaufähigen Dorfmittelpunkt bezeichnete er den Bereich zwischen Feuerwehr, Dorfgemeinschaftshaus und dem Kirchengelände. Mit Nachdruck befürwortet er die Ansiedlung von Kleingewerbe,nachdem in der Vergangenheit das Geschäftsleben im Ort (bis auf den Lidl) praktisch zum Erliegen gekommen ist. Ernst Völkening wies darauf hin, dass Vehlen mit seiner Lage am auslaufenden Westhang der Bückeberge und dem freien Blick nach Westen zunehmend Anziehungskraft auf Wanderer und Radfahrer ausübe. Längs der drei Bachläufe (Stollenbeeke, Aue und Beeke) gäbe es viele reizvolle Punkte, die auch mit Ruhebänken versehen werden sollten. Völkening machte eine Reihe von Vorschlägen zum Ausbau des Fußwegenetzes und eines nicht häusernahen Rundwanderweges. Es gäbe zusätzlich Pläne, östlich der Vehlener Kirche einen Biotop anzulegen und zu diesem Zweck den Lauf der Beeke bogenförmig zu verändern. Thomas Stübke und Heiko Mevert behandelten das Thema "Erneuerbare Energien und neue Energiestrukturen". In Obernkirchen gebe es bereits eine Initiative, die sich um zentrale Lösungen auf genossenschaftlicher Basis bemüht. Auch in Vehlen könnten mehrere Einrichtungen durch ein Blockheizkraftwerk zentral versorgt werden. Zum Beispiel das Gerätehaus der Wehr, das Dorfgemeinschaftshaus mit dem Kindergarten und die Kirche. Voraussetzung dafür ist die Gründung einer Projektgesellschaft. Pastor Günter Fischer setzte sich eingehend mit Fragen des Zusammenlebens zwischen den Generationen und den Problemen der demographischen Entwicklung in Vehlen auseinander. Darauf werden wir noch gesondert eingehen. Auf die geplanten Aktivitäten im Freien musste wegen des anhaltenden Regens verzichtet werden. Ortsbürgermeister Werner Harder konnte jedoch zahlreiche Bürger zum reichhaltigen Kuchenbüfett im Gemeindehaus "Elim" begrüßen. Dort führte die Dorfjugend einige Heimattänze auf.

Der rote Kreis markiert den Einzugsbereich des geplanten Dorfzen
  • Der rote Kreis markiert den Einzugsbereich des geplanten Dorfzentrums. Die anderen farbigen und bislang unbebauten Flächen stehen noch zur Disposition für spätere Planungen. Repro: sig
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