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Kundgebung des Bündnisses und Straßenmalaktion locken 350 an / Edathy fordert NPD-Verbot

Keine Chance für Neonazis in Bad Nenndorf

Bad Nenndorf (fox). Ein klares Zeichen gegen Rechtsex tremismus haben zahlreiche Redner und Nenndorfer gestern Abend angesichts des für heute geplanten Neonazi-Aufmarsches auf der Poststraße gesetzt. Bei der Kundgebung des Bündnisses gegen Rechtsex tremismus, "Bad Nenndorf ist bunt", machten diese klar, dass der Erhalt der Demokratie Mut, Tatkraft und Stetigkeit erfordert. Bundestagsabgeordneter Sebastian Edathy (SPD) stufte Rechtsextremismus als "menschliche Einfalt" ein, die gefährlich sei, und sprach sich für ein Verbot der NPD aus.

veröffentlicht am 02.08.2008 um 00:00 Uhr

An der Straßenmalaktion beteiligte sich gestern Abend in Bad Nen

"Wenn täglich zwei bis drei Menschen bei Straftaten mit rechtsradikalem Hintergrund zu Schaden kommen, dann ist das ein deutliches Zeichen und erfordert die Einstellung ,Ja - wir müssen die Demokratie erhalten'", sagte Edathy gestern Abend. "Demokratie ist stets verletzlich und bedarf stetigen Erhalts."Rund 40 000 Personen würden deutschlandweit mittlerweile zum Rechten Spektrum gezählt. "Diese Realität darf nicht als Normalität gesehen werden", warnte Edathy die rund 350 Zuhörer. Rechtsextremismus trete immer häufiger als "erschreckend junges Gesicht" auf. "Wir müssen dem entgegenwirken", forderte der Abgeordnete, er spreche sich für ein Parteiverbot der NPD aus. Die Redner, darunter Stadtdirektor Bernd Reese ("Heilmittel haben hier Geschichte und Tradition, Bad Nenndorf ist eine Heilstätte - keine Heilsstätte"), Awo-Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske, deren Verband als Gründer von "Bad Nenndorf ist bunt" gilt, Hannovers IGMetall-Bevollmächtigter Reinhard Schwitzer ("Wir müssen die Lehre der Demokratie wachsam verteidigen"), Steffen Holz, DGB, ("Ich bin erschüttert vom abgrundtiefen Zynismus der vermeintlichen Freundlichkeit der Rechten"), Pastorin Elke Pankratz Lehnhoff ("Die Kirche hat ihre Ursprünge im Jüdischen - Glauben kann daher nicht antisemitisch sein") und Alpetkin Kirci, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen ("Die Rechtenwerden immer lauter und frecher - Demokratie braucht Tatkraft, verbietet die NPD"), machten klar, dass braune Ideologien auf Bad Nenndorfer Boden keinen Millimeter Raum zum Aufkeimen erhalten. Moderator Andreas Kuhnt brachte es zum Schluss auf den Punkt: "Es ist für Sonnabend ein Tiefdruckgebiet im Anflug, vielleicht können wir die Nazis ja im Regen stehen lassen."

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