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BKK: Kooperation von drei Kassensystemen

Kein Zusatzbeitrag

Obernkirchen (rd). Viele Krankenkassen haben bereits angekündigt, dass ihnen der Einheitstarif von 15,5 Prozent für die Finanzierung der steigen Kosten im Gesundheitswesen nicht ausreicht. Deshalb muss ein Teil der rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland schon in wenigen Wochen mit einem Zusatzbeitrag rechnen, der ohne Beteiligung der Arbeitgeber aufzubringen ist. Ausgenommen davon sind die Kunden von BKK24, Hamburg Münchener und num IKK. Die drei Krankenkassen haben ein Kooperationsmodell entwickelt, das Einsparungen bei einem gleichzeitigen Ausbau des Leistungsangebotes ermöglichen soll. Dies teilte die BKK24 jetzt mit.

veröffentlicht am 25.11.2008 um 00:00 Uhr

Ab Januar 2009 werden alle Beiträge in den Gesundheitsfonds einbezahlt. Von dort erhalten die Kassen dann finanzielle Zuweisungen für ihre Leistungs- und Verwaltungsausgaben. Reicht das Geld nicht, darf ein Aufschlag von bis zu einem Prozent des Einkommens von jedem Versicherten verlangt werden - und das kann teuer werden. Bezahlt werden sollen aus dem Gesundheitsfonds aber nicht nur die gesetzlichen Leistungen, sondern auch die unterschiedlich attraktiven Zusatzangebote. Wer mehr sinnvolle Extras anbietet, hebe sich damit vom Wettbewerb ab und könne neue Kunden gewinnen. Kleinere Kassen, die bisher nur mit niedrigen Beiträgen gelockt hätten, würden dabei auf der Strecke bleiben. Auch die innovativen Anbieter könnten Schwierigkeiten bekommen, weil sie sich die Extras nicht mehr leisten können. "Das wird bei uns anders sein", verspricht Dieter Baltzer, Vorstand der Hamburg Münchener. "Durch die Kooperation mit BKK24 und numIKK steht die Einkaufsmacht von 450 000 Versicherten hinter uns." Schwerpunkte der Leistung seien zusätzliche Vorsorgeangebote für die ganze Familie, aber auch alternative Behandlungsformen. Ein ebenso wichtiger Schritt sei aber, die Versicherten vor weiteren finanziellen Belastungen zu schützen: "Wir werden ohne Zusatzbeitrag ins neue Jahr starten", freut sich BKK24-Vorstand Friedrich Schütte. Erstmals arbeiten mit Hamburg Münchener, BKK24 und numIKK gleich drei unterschiedliche Kassensysteme zusammen: "und zwar viel effektiver als bei einer Fusion, nach der man erstmal monatelang mit sich selbst und weniger mit dem Service für seine Kunden beschäftigt ist." Wie gut so etwas klappen kann, habe bereits die wachsende Zahl der Einkaufsgemeinschaften im Einzelhandel bewiesen. Die wegen ihrer oft deutlich besseren Beratungsleistungen kleineren Geschäfte würden durch enge Zusammenarbeit den Handelsriesen auch preislich die Stirn bieten. Was die in ganz Deutschland wohnenden Kunden der Kassen aus Celle, Hamburg und Obernkirchen außerdem erwarten dürfen? "Natürlich gibt es auch einen internen Wettbewerb um die besten Ideen", heißt es in einer Botschaft der drei Vorstände. Profitieren davon werden in jedem Fall die Versicherten, denn: schon vor dem Start der Kooperation hatte jeder der Partner Extraleistungen, mit denen man die Konkurrenz abhängen konnte. An weiteren Angeboten werde zurzeit mit Hochdruck gearbeitet.



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