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Anwohner protestieren gegen Hochwasserschutzpläne der Stadt

Kein Wasser auf meine Flächen

Bückeburg (rc). Um den Hochwasserschutz in Meinsen-Warber und Rusbend gewährleisten zu können, wird die Stadt wohl nicht um ein Planfeststellungsverfahren herumkommen. Diese Ansicht äußerte Bauamtsleiter Karlheinz Soppe auf der jüngsten Sitzung des Ortsrates Rusbend. Wie berichtetet, soll im Fall von Jahrhundertregen ein Teil der in den Vorflutern anfallenden Regenmassen auf landwirtschaftliche Flächen geleitet und dort durch Wälle und Dämme am sofortigen Abfließen gehindert werden.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

Diese von einem Planer entwickelte Alternative sei jetzt den Besitzern der betroffenen Flächen erörtert worden, die zum Teil massive Bedenken gegen die Pläne erhoben hätten, sagte Soppe. Sogar das Landvolk sei eingeschaltet worden. Der Planer sei daher mit der Entwicklung weiterer Alternativen beauftragt worden, die in den kommenden Tagen zunächst den Anliegern vorgestellt werden sollen. Erst dann wolle die Stadt damit an die Öffentlichkeit gehen, vertröstete Soppe den Ortsrat, nicht konkreter werden zu können. Er gehe aber davon aus, dass zur Verwirklichung des Hochwasserschutzkonzeptes ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden müsse, das etwa zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen werde. Da sich das Land Niedersachsen derzeit völlig aus der Finanzierung des Hochwasserschutzes zurückgezogen habe und erst für 2009 Mittel in Aussicht stelle, sei diese Verzögerung zu verkraften, so Soppe weiter. Ärgerlich werde es erst,wenn überraschend doch früher Mittel bereit stehen, aber keine Planungen vorliegen - so wie jüngst geschehen, als der Bund überraschend Gelder zur Verfügung stellte. Da die Stadt ihre Planungen für die Rückhaltung auf der Aue-Insel in Meinsen in der Schublade hatte, können diese Bundesmittel noch dieses Jahr in Anspruch genommen werden (wir berichteten). Rusbends Ortsbürgermeister Andreas Struckmann zeigt sich "enttäuscht" über die ablehnende Haltung mancher Anwohner. "Vielleicht haben sie noch ein Einsehen, damit wir ohne Planfeststellung durchkommen." Ludwig Pohl erinnerte daran, dass auf den in Anspruch genommenen Anbauflächen die Entschädigung im Schadensfall gesichert sein müsse. Struckmann: "Das haben wir längst zugesagt."

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