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Verteidiger zweifelt Gutachten an

Kein Urteil nach fast sechs Stunden

Meerbeck/Stadthagen (par). Mehrere neue Zeugen, unterschiedliche Darstellungen und erneut kein Urteil: Das ist die Bilanz des Prozesses, in dem eine 25-Jährige ihre frühere Lebenspartnerin der schweren Körperverletzung, der Freiheitsberaubung und des Diebstahls in neun Fällen beschuldigt. Am Donnerstagmorgen ging der Prozess vor dem Stadthäger Amtsgericht in die zweite Runde, nachdem im Dezember die Vorladung weiterer Zeugen beschlossen worden war (wir berichteten).

veröffentlicht am 10.01.2013 um 21:09 Uhr

Da in fast allen Fällen die beiden Frauen unter sich waren, konzentrierten sich die Prozessbeteiligten auf die Klärung eines Vorfalls im November 2008. Dabei soll es in der gemeinsamen Wohnung des Paares zu einem Übergriff auf das mutmaßliche Opfer gekommen sein, das von ihrer 32-jährigen Freundin, die mittlerweile als Mann lebt, gewürgt worden sein soll. Bei der Rekonstruktion dieses Abends gab es zwar unterschiedliche Angaben der Zeugen, die angebliche Tat hat aber keiner der Vorgeladenen beobachtet.

Während ein Zeuge aussagte, der Angeklagte sei alles andere als aggressiv, fand eine weitere Ex-Freundin des Beschuldigten deutliche Worte: „Auch ich wurde geschlagen. Die Übergriffe wurden immer schlimmer, je länger wir zusammen waren“, sagte die Zeugin, die mit dem mutmaßlichen Opfer mittlerweile befreundet ist. Verteidiger Volkmar Wissgott präsentierte dem Vorsitzenden Richter Kai Oliver Stumpe daraufhin Einträge einer Unterhaltung auf der Online-Plattform Facebook der beiden Frauen, die angeblich von dem Angeklagten geschlagen worden sind. Hierbei fielen die Worte „Intrigen schmieden“ und „Die machen wir fertig“.

Hinzugezogen wurde auch die Aussage eines früheren Nachbarn, der unter der Wohnung des damaligen Paares wohnte. Dieser gab an, häufig Schreie und lautes Gepolter gehört zu haben. An einem Tag will er das 25-jährige mutmaßliche Opfer, das auch als Nebenklägerin auftritt, mit einem blauen Fleck im Gesicht gesehen haben.

Dem psychologischen Gutachten zufolge entspricht die Aussage der Nebenklägerin der Wahrheit. Diese habe die neun Vorfälle sehr detailreich und präzise geschildert. „Ich sehe keine Motivation einer Falschaussage“, sagte die zuständige Psychologin. Irritationen gab es bei der Frage, ob sie die Opfer-Aussage bei der Polizei ins Gutachten hat einfließen lassen. Nach Ansicht von Verteidiger Wissgott ist dies nicht der Fall gewesen, sodass er das Gutachten anfechten wolle.

Nach fast sechsstündiger Verhandlungsdauer wurde die Fortsetzung auf kommenden Montag, 12 Uhr, vertagt.



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