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Steigende Gaspreise sorgen bei Bürgern für Empörung: "Völlig überzogen"

Kein Sozialtarif - aber saftige Erhöhung

Landkreis (wer/ssr). Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe werden keinen Sozialtarif für Erdgas einführen. Das hat der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. Stattdessen werden die Gaspreise erhöht, und zwar kräftig: Zum 1. September steigt der Tarif um 0,75 Cent pro Kilowattstunde, also 13,1 Prozent. Erst der April hatte eine siebenprozentige Erhöhung um 0,35 Cent pro Kilowattstunde gebracht.

veröffentlicht am 21.06.2008 um 00:00 Uhr

Möglich gewesen wäre jetzt sogar eine Erhöhung des Tarifs um 1,05 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Aufschlag hätte sich aus der Koppelung an den Ölpreis ergeben. Dass die Stadtwerke mithin rund ein Drittel der Kostensteigerung nicht an den Verbraucher weitergeben und selbst auffangen, dürfte dennoch die Ertragslage nicht wesentlich verschlechtern. Nach Informationen unserer Zeitung läuft Ende des Jahres der Liefervertrag mit E.on Ruhrgas aus, die Stadtwerke können in den laufenden Verhandlungen um einen neuen Vertrag offenbar günstigere Konditionen vereinbaren. Die neuen Einkaufstarifedämpfen die Preissteigerung für den Verbraucher, ohne den Ertrag der Stadtwerke signifikant zu schmälern. Der Aufsichtsrat geht davon aus, dass es bei der jetzt beschlossenen Erhöhung im nächsten Winter bleiben wird und bis zum 1. April keine weitere Preissteigerung zu erwarten ist. Dass es keinen Sozialtarif geben wird, hat der Aufsichtsrat nach Auskunft seines Vorsitzenden Bernd Hellmann "einmütig festgestellt". Das Thema sei breit diskutiert worden. Am Ende der Debatte habe aber Einmütigkeit darüber geherrscht, "dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Veranlassung gibt, einen Sozialtarif einzuführen", teilte Hellmann gestern mit. Der Aufsichtsrat sehe sehr wohl, "dass die Erhöhung des Gaspreises für einige Verbraucher durchaus zu Schwierigkeiten führen wird". Gegen einen Sozialtarif sprächen aber im Kern drei Gründe: Zuständig in dieser Frage sei eindeutig der Bund, sagte Hellmann mit Blick auf die Höhe der Heizkostenpauschale bei den "Hartz IV"-Zuweisungen. "Da sehen wir Handlungsbedarf, nicht auf kommunaler Ebene", fasste er die Ansicht des Aufsichtsrats zusammen. Zum zweiten stelle sich die Frage nach der Gleichbehandlung der Energieverbraucher: "Wenn wir Gaskunden entlasten, was ist dann mit Ölabnehmern oder mit Verbrauchern anderer Energiearten?" Schließlich hätten die Stadtwerke mit vielen ihrer Endverbraucher gar keinen direkten Kontakt. Gerade einkommensschwache Kunden wohnten zumeist als Mieter, abgerechnet werde aber mit den Vermietern.



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