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Luhdener Gemeindedirektor in Sachen Dorfjubiläum und Internet am Ball / Entscheidung nach der Wahl

"Kein Schriftverkehr bis ans Ende der Welt"

Luhden (tw). Mit gleich zwei - vermeintlichen - Versäumnissen ist Luhdens Gemeindedirektor Heinz Wischnat auf der Ratssitzung am Donnerstagabend konfrontiert worden. Das erste: die Entscheidung über die Feier zum 750-jährigen Bestehen des Ortes, das zweite: die Gestaltung der Homepage der Gemeinde "www.luhden.de". Obwohl inzwischen viel Zeit ins Land gegangen ist, sei in beiden Fällen noch immer nichts geschehen, wurde Wischnat vorgehalten.

veröffentlicht am 29.07.2006 um 00:00 Uhr

Hintergrund im ersten Fall: Der Luhdener Heinrich Rohde hatte den Gemeinderat im Juli 2005 im Kirchenzentrum mit der Aussageüberrascht, dass der Ort bereits 2003 die 750 Jahre "voll" gemacht habe, die Verwaltung also das Jubiläum verschlafen hätte (wir berichteten). Eine Aussage, die Wischnat damals mit der Vermutung, es sei ein "anderes" Luhden gemeint, in Zweifel zog; tatsächlich präsentierte Dr. Stefan Brüdermann, Vize-Leiter des Niedersächsischen Staatsarchivs, wenig später ein Dokument, demzufolge der Ort 2008 die Chance hätte, das Jubiläum zu feiern. Rohde während der jüngsten Zusammenkunft: "Der Gemeindedirektor hatte weiland versprochen, die Katze bei der folgenden Ratssitzung aus dem Sack zu lassen." Doch nach seiner Kenntnis sei - ein Jahr danach - der "Sack" noch immer zu, die "Katze" noch immer drin und niemand mache den Mund auf. Der Luhdener: "Müssen die Bürger davon ausgehen, dass Rat und Verwaltung kein Interesse daran haben, das Jubiläum zu feiern?" Wischnat indes wehrt sich gegen den Vorwurf, "geschlafen" zu haben. Der Gemeindedirektor: "Die Sache ist nur deswegen nicht weiteröffentlich diskutiert worden, weil das Ergebnis damals dem Verwaltungsausschuss (VA) vorgelegt wurde." An dessen Vorgaben habe er sich gehalten. Die Gemeinde Luhden habe unterdessen Kontakt mit einem Chronisten aufgenommen, der Licht in die Kontroverse um die Ersterwähnung des Ortes bringen soll.Weil besagter Chronist derzeit aber ausgelastet sei, sei mit dem Ergebnis erst im (Spät-) Herbst zu rechnen. Anschließend müsse der - neue - Rat entscheiden, ob das Gründungsjubiläum gefeiert werden solle oder nicht. Stichwort "www.luhden. de": Wie berichtet, hatte es Anfang 2006 Zwist um die Homepage gegeben, weil sich der Luhdener Christoph Tecklenburg die Rechte an der Adresse, die auch die Gemeinde begehrt, bereits 2003 für eine eigene Präsentation des Ortes gesichert hatte. Wischnat hatte damals erklärt, die Adresse "zurückholen" zu wollen. Rohde am Donnerstagabend: "Auch in diesem Fall ist nichts passiert. Wollen Sie Jutta Schmidt-Hauschildt, die die Luhdener Homepage (mit) gestalten möchte, verärgern?" Es sei ein "Akt der Höflichkeit", dass die Webmasterin, die derzeit www.luhden.com betreut, darüber informiert werde, wie es mit der "richtigen" Internetseite künftig weitergehen soll. Wischnat gelassen: "Herr Tecklenburg war lange im Ausland (Neuseeland, d. Red.). Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich keinen Schriftverkehr bis ans Ende der Welt führe." Außerdem habe er Tecklenburg die Seite nicht mit Gewalt entreißen wollen. Inzwischen habe sich der Luhdener aber bereit erklärt, der Gemeinde die Adresse zur Verfügung zu stellen - unter der Bedingung, dass er selbst an der Seite mitarbeiten dürfe. Allein die Bestätigung des Besitzerwechsels durch die Internetfirma, die diese Adresse im World-Wide-Web bereit stellt, stehe noch aus. Im übrigen solle auch hier beim Besetzen der Gestaltungs-Kommission das Ergebnis der Kommunalwahl abgewartet und "nichts übers Knie gebrochen" werden.

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