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Ratsmehrheit will Backhaus nun doch sanieren

"Kein neues Abenteuer"

Lindhorst (jl). Zwei gegen den Rest: So hat die jüngste Debatte um das Dauerthema Backhaus im Rat der Gemeinde Lindhorst angemutet. Vergeblich haben die CDU-Politiker Burkhard Pieper und Jens Thürnau versucht, ihre Ratskollegen von einem Gang "aufs Glatteis" abzuhalten und auf die Sanierung des alten Backhauses unweit des Dorfgemeinschaftszentrums zu verzichten. Die Mehrheit hat sich an diesem Abend für die Vervollständigung eines Ensembles entschieden.

veröffentlicht am 09.10.2007 um 00:00 Uhr

Formal sollte der Rat erneut bekunden, ob er den Förderantrag von 2005 aufrecht erhalten will. Dazu hatte die zuständige Behörde in Hannover aufgefordert, "weil sie weiß, dass in Lindhorst das Geld knapp ist", merkte Gemeindedirektor Jens Schwedhelm an. Nach seinen Worten wird der Zuschuss auch mit großer Sicherheit fließen. Das war über einen längeren Zeitraum unklar gewesen. Hätte der Rat den Backhaus-Antrag zurückgezogen, wäre für die Gemeinde das Kapitel Förderung von Dorferneuerungsmaßnahmen im öffentlichen Bereich beendet gewesen. Betroffen sein würde unter anderem die Neugestaltung des Marktplatzes. Nur noch private Vorhaben würden gefördert. Als Betrag für die Sanierung geistern 50 000 Euro durch die Diskussion. Diese sind laut Schwedhelm aber nicht das Produkt einer präzisen Berechnung, sondern eine Schätzung. Die Hälfte davon müsste die Gemeinde tragen. Pieper wies auf "abenteuerliche" Erfahrungen beim Umbau des "Hofs Gümmer" hin, mit dem die Gemeinde sich "immens verschuldet" habe. Jetzt sei die Rückzahlung von 700 000 Euro Gewerbesteuer hinzugekommen. "Wir sollten ein Zeichen setzen, dass wir die Situation Ernst nehmen und kein neues Abenteuer eingehen", forderte er. Für Piepers Mitstreiter Thürnau würde die Aufrechterhaltung des Antrags einem Gang "aufs Glatteis" gleichkommen, zumal da an anderer Stelle in Lindhorst ein Backhaus in Planung sei, dass für alle zugänglich sein werde. Mehrere SPD-Politiker wollten an diesem Abend ausdrücklich nicht über Kosten reden. Redner wie Heinz-Dieter Lauenstein, der durchaus Unwägbarkeiten einräumte, sehen in dem Backhaus das "i-Tüpfelchen" bei der Gestaltung des Areals rund um das Dorfgemeinschaftszentrum. "Diese Einheit ist wichtig für die Region", meinte Reinhard Falke (CDU).



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