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"Wir für Bückeburg" fordert Rückbau / Verbot in Wohngebieten

"Kein Mobilfunk am Unterwallweg"

Bückeburg (rc). Die Wählerinitiative "Wir für Bückeburg" hat sich für ein Verbot von Sendeanlagen in Wohngebieten sowie in der Nähe von Schulen und Kindergärten ausgesprochen. Außerdem tritt sie für den sofortigen Rückbau der Mobilfunkanlagen am Unterwallweg gegenüber von Herderschule und Kindertagesstätte ein: "In einer Kinder- und familienfreundlichen Stadt sollte die Gesundheit der Kinder und Familien an erster Stelle stehen."

veröffentlicht am 05.07.2006 um 00:00 Uhr

In einer Pressemitteilung bezeichnete Peter Dietrich Diedrich, Spitzenkandidat für "Wir" im Wahlbereich I, die Aussage aus dem Bauausschuss "Wenn alles so bleibt, wie es ist, gibt es keine Probleme" als "unverantwortlich". Damit wäre Bückeburg die einzige Stadt auf der Welt, in der elektromagnetische Strahlung, die von Mobilfunkanlagen ausgeht, keine Probleme bereitet. Zum Hintergrund: In seiner jüngsten Sitzung war im Bauausschuss das Mobilfunkgutachten vorgestellt und debattiert worden. Auftraggeber war die Stadt; Ausführender das Institut für Sozial- Ökologische Forschung und Bildung Ecolog. Wie Diedrich in der Pressemitteilung ausführte, würden die im Ausschuss zitierten Schweizer Grenzwerte den Anschein erwecken, dass Mobilfunkanlagen in der Schweiz "gesundheitsfördernd" wären. Grenzwerte seien aber nichts anderes als rechtliche Höchstwerte, die "willkürlich" festgelegt würden. Das Ecolog-Institut empfehle im Hinblick auf einen erweiterten Gesundheitsschutz einen Vorsorgewert von 0,01 Watt pro Quadratmeter. Es gebe aber auch Institute, die Vorsorgewerte von 0,000001 Watt pro Quadratmeter empfehlen würden, so Diedrich weiter. Die Fachwelt sei sich darüber einig, dass es auch unterhalb dieser Schwellen noch biologische Wirkungen gebe. Diedrich: "Dasheißt, auch diese geringen Werte machen krank." Gerade das Ecolog-Institut habe in Gutachten immer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass seine Vorsorgewert von 0,01 Watt pro Quadratmeter nicht überschritten werden sollten, zitiert Diedrich. Dieser Wert sollte bei Mobilfunkanlagen in der Nähe empfindlicher Nutzungen wie Wohngebieten, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Orte, an denen sich Menschen regelmäßig für mehr als vier Stunden aufhalten, unbedingt eingehalten werden. Der selbst gesetzte Vorsorgewert sei am Unterwallwegüberschritten. "Und das ist ein Grund zum Handeln." Die Ängste müssten ernst genommen werden, da in der Vergangenheit schon viel zu oft mit Falschaussagen und Beschwichtigungsparolen gehandelt worden sei, erinnert Diedrich an die Affären um Asbest, Formaldehyd oder PCP.

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