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Kein halbes Schwein, aber Wundermittel

Stadthagen (gus). Was ist den Besuchern einer Verkaufsveranstaltung in Stadthagen nicht alles versprochen worden: Bargeld, kiloweise Nahrungsmittel aus Bio-Anbau und sogar das sprichwörtliche halbe Schwein. Bekommen haben die Besucher nichts. Zumindest nicht kostenlos. Obwohl das laut Einladung (ohne Absender) teils versprochen war. Stattdessen folgte eine stundenlange Verkaufsveranstaltung. Zuvor kam es zu einer Rangelei wegen unerwünschter Fragen.

veröffentlicht am 23.02.2007 um 00:00 Uhr

Der Organisator wollte angeblich das 25-jährige Bestehen des "Biohofs Grubmüller" feiern. Unter der Klausel "als Dankeschön offerieren wir Ihnen ein halbes Schwein - fix und fertig zerlegt und fachgerecht verpackt" lockte der vermeintliche Biobauer um 15 Uhr rund 50 Interessierte vor den Stadthäger "Ratskeller". Zu sehen war von dem Tier nichts. Auch vom Anbieter nicht. Dieser ließ sich entschuldigen. Dem Wirt war ein "Infoabend" der Firma Meyer angekündigt worden. Allerdings hatte der Kunde unter anderem 40 Essen bestellt. "Hätte ich gewusst, was das wird, wären die hier nicht reingekommen", betont Norbert Krüger. Mit mehrals halbstündiger Verspätung rollte ein Transporter mit Cloppenburger Kennzeichen an. Zwei Männer bauten Laptop und Deko im Saal auf. Das "halbe Schwein" und die kostenlosen Leckereien wurden entschuldigt. Diese gebe es erst im Anschluss an die Veranstaltung. Außerdem sei das "halbe Schwein" ohnehin nur "offeriert" worden. "Von Mitnehmen", so der Verkäufer auf Nachfrage, sei ohnehin keine Rede gewesen. Warum das "halbe Schwein" nirgends zu sehen war, sagte der Mann nicht. Dieser und ein Kollege wollten sich von der Presse nicht fotografieren lassen. Auf weitere Fragen, so etwa nach dem Standort des "Biohofs Grubmüller", reagierte der Verkäufer mit Drohungen. Unter Schubsen und mehreren Schlägen auf dessen Kamera wurde der Reporter aus dem Saal gedrängt. Die herbeigerufene Polizei notierte den Vorfall. Dann wurden die Türen geschlossen, und die Veranstaltung nahm ihren Lauf. Unter anderem sollte es ein Geschenk im Wert von 150 Euro aus den Händen von "Frau Kaiser" geben (von "Frau Kaiser" fehlte jede Spur). Die Veranstaltung dauerte wegen der verspäteten Anreise und des Polizeieinsatzes nur rund zwei statt dreieinhalb Stunden. Verkauft wurden nach Angaben eines Teilnehmers nur ein oder zwei Produkte. Das angeblich lebensverlängernde Präparat "Q10" gab es zum "Sonderpreis" von 400 Euro. Normalerweise kostet eine Monatsration des Mittels rund zehn Euro. Immerhin wurde anschließend das versprochene Essen - Schnitzel mit Pommes frites - serviert und bezahlt. Das 150 Euro teure Geschenk entpuppte sich übrigens als buntes Lexikon eines nicht-namhaften Verlags in Billig-Einband.



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