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SPD-Ratsherr: "Da muss jetzt was passieren" / Ein Fall für die Verkehrssicherheits-Kommission

Kaum ein Fahrer hält sich an das Lkw-Verbot

Bad Eilsen (tw). "Da muss jetzt - endlich - was passieren": Mit diesen Worten hat der Bad Eilser Ratsherr und frühere Polizeibeamte Manfred Kühn (SPD-Fraktion, parteilos) während der jüngsten Zusammenkunft des Bauausschusses den Finger in eine Wunde gelegt, die da heißt: Bückeburger Straße (L 451).

veröffentlicht am 10.02.2007 um 00:00 Uhr

Ortseingang Bad Eilsen, ein beliebiger Werktag, 14.30 Uhr: Diese

Denn obwohl die Durchfahrt durch den Ort für Lkw grundsätzlich verboten ist (Ausnahme: Von 7 bis 13 Uhr und 15 bis 19 Uhr dürfen "Versorgungs-Fahrzeuge" queren), hält sich so gut wie kein Fahrer an das Verbot. Die bis zu drei Schilder, die aus diversen Richtungen schon weit vor der Ortsgrenze darauf aufmerksam machen, werden von den Brummi-"Kapitänen" geflissentlich übersehen; bei ihnen soll es sich mit Masse nicht um "Maut-Flüchtlinge" handeln. Kühn: "Ich habe einen Bürger aus der Nachbarschaft gebeten, das, was da an Schwerlastverkehr durch Bad Eilsen donnert, zu zählen." Das Ergebnis der bereits zwischen dem 25. September und 30. Oktober 2006 jeweils werktags und überaus akribisch ausgeführten Recherche: "591 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen." Allerdings hat der Bad Eilser nur zwischen morgens 8 und abends 20 Uhr Protokoll geführt; die - im Wortsinn - "Dunkelziffer" dürfte also noch weitaus höher liegen. Doch wie auch immer: Allein in der besonders sensiblen Zeit zwischen 13 und 15 Uhr habe der Mann 99 Brummis gezählt. Kühn: "Wenn wir diese Fahrzeuge aus dem Dorf raus bekommen würden, dann hätten wir für den Kurort eine Menge erreicht." Wie das zu machen ist, das weiß auch der Ratsherr nicht. "Das einfachste", so Kühn, "wäre natürlich zu sagen: Wir holen die Polizei." Die aber könne sich nicht zwölf Stunden an die Straße stellen und jeden Lkw kontrollieren. In jedem Fall aber sei das Problem ein Fall, mit dem sich die Verkehrssicherheits-Kommission (VSK) beschäftigen müsse; sie tagt das nächste Mal Ende Februar. Die Kommission hat eine Vielzahl von Möglichkeiten. So könnte sie etwa Schwerpunkt-Kontrollen anordnen, mit dem Ziel, abzuschrecken und den Fahrern das Queren des Kurortes zu verleiden. Zwar droht bei Zuwiderhandlung nur ein Verwarngeld von 20 Euro ("Punkte" gibt's nicht), aber: Kontrollen kosten die Lkw-Fahrer Zeit - und machen damit den "Vorteil" des direkten Weges durch Bad Eilsen wieder zunichte. "Wir werden das neue Messgerät, das wir in der Hauptsache für das Erfassen des Schwerlast-Verkehrs angeschafft haben (wir berichteten), in Kürze im Bereich Bückeburger Straße einsetzen", sagt Samtgemeindebürgermeister Bernd Schönemann. Anfang der Woche hat die Firma, die das Gerät vertreibt, sechs Rathausmitarbeiter im Umgang mit der Technik geschult. Von den Messergebnissen erhofft sich Schönemann ein Gesamtbild von der Belastung des Kurortes durch die Brummis. Denn geschehen, da ist sich Kühn sicher, muss so oder so etwas. Der Ratsherr abschließend: "Wenn ich nur an die Kinder aus der Julianenstraße denke, welche die Bückeburger Straße überqueren müssen, um zur Bushaltestelle zu gelangen ...".

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