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Menschenwerfer "Froxxy" als Attraktion / Tim Rechenberg als Sieger

Katapultfliegen im Bergbad: Ein kleines bisschen lebensmüde

Bückeburg. Wer erinnert sich nicht an den Physikunterricht der elften Klasse: Schräger Wurf, die mühsam auswendig gelernten Formeln von der parabelförmigen Flugbahn, von der Steighöhe und der Wurfweite in Abhängigkeit vom Abwurfwinkel und von dem sehnlichen Wunsch, diesen Formeln dadurch entfliehen zu können, indem man selbst einmal so wie der imaginäre Wurfball in die Ferne fliegen könnte.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:18 Uhr

Krawuuum ... Mit Schmackes geht's ins kühle Nass. Fotos: jp

Autor:

Johannes Pietsch

Manchmal werden Schülerträume Wirklichkeit: Beim Einsatz des "Froxxy"-Katapults im Bückeburger Bergbad konnte tatsächlich jeder, der älter als zwölf Jahre, bei Kräften, einigermaßen bei Sinnen und ein ganz klein bisschen lebensmüde war, sich mehrere Meter weit und hoch durch die Luft schleudern lassen. Erfunden haben das Maschinchen im Sommer des Jahres 2000übrigens ein paar findige Tüftler aus Heilbronn. Vermutlich muss man Schwabe sein, um auf eine so verrückte Idee wie den Menschenwerfer "Froxxy" zu kommen, der sich technisch an den mittelalterlichen, zur Eroberung fremder Städte ersonnenen Katapultmaschinen orientierte und der fortan seinen Triumphzug durch die deutschen Freibäder antrat. Wie's funktioniert: Mit dem vier- bis fünffachen der Erdbeschleunigung wird der Katapult-Flieger in die Luft geschossen, um auf einer geometrisch sauberen, vier Meter hohen und zehn Meter weiten Parabelflugbahn ins Wasser zu segeln. Klingt ein bisschen nach Astronautentraining und nach "James Bond Moonraker streng geheim"? Natürlich, und ist auch nichts für schwache Nerven. Gefährlich für Leib und Leben ist das Menschenkatapult dennoch nicht: Froxxy besitzt nämlich alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen, darunter sowohl den Segen des TÜVs als auch die EG-Konformitätsbescheinigung. Im Bückeburger Bergbad zeigte sich vor allem die sprungturmerfahrene Jugend für das Katapult begeisterungsfähig. Bei dem einen oder anderen Luftsport-Kandidaten musste Froxxy-Technik-Chef Karl Ulbrich zwar ein paar Augenblicke Lampenfieber abwarten, doch der Enthusiasmus nach dem Wiederauftauchen aus dem Wasser war dafür umso größer. Und wer sich einmal auf das Katapult getraut hatte, der wollte danach nur eins: Sofort wieder drauf! "Einfach nur geil!" befand Frederic Zirbes (13) aus Bückeburg seinen Katapultstart. Genauso das Urteil von Katharina Firle (13), die sich allerdings erst nach zwei Anläufen zu ihrem Jungfernflug durchringen konnte: "Einfach irre, super, klasse!" Bei den erwachsenen Badegästen herrschte hingegen angesichts der vor Begeisterung kreischenden Katapultfliegern überwiegend eine Mischung aus Verständnislosigkeit und purem Horror: "Ich? Da drauf? Oh Gott..." Äußerst skeptisch trat auch Anne Hering (18) aus Rinteln ihren ersten Froxxy-Flug an, entwickelte dann allerdings bei den folgenden Absprüngen eine derartige Begeisterung, dass ihr bei der am Nachmittag absolvierten Stadtmeisterschaft im Katapultfliegen glatt der Sprung auf das Siegertreppchen mit Platz zwei gelang. Platz eins holte sich übrigens Sprungturm-Profi Tim Rechenberg (12) aus Scheie. Bronze ging an Kerstin van der Marel (40) aus Rinteln. Bewertet wurden während der Stadtmeisterschaft vor allem die möglichst tadellose Haltung der Springer beim Freiflug sowie beim Eintauchen ins Wasser.

Die Jury aus Froxxy-Vertriebschefin Rebecca Gratzel, Siegfried D
  • Die Jury aus Froxxy-Vertriebschefin Rebecca Gratzel, Siegfried Demjanenko und Betriebsleiter Erik Rechenberg bewertet die Teilnehmer der Stadtmeisterschaft.
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