weather-image
17°
Bereits 14 000 Einsendungen zu den neuen Mülltonnen-Angeboten / Noch eine Chance für Nachzügler

Kartonweise Änderungswünsche

Hameln-Pyrmont. Dauerbesetztzeichen an der telefonischen Hotline, Warteschlangen in der Geschäftsstelle: Für die Mitarbeiter im Kundendienst von Hameln-Pyrmonts Kreisabfallwirtschaft (KAW) ist es ein überaus arbeitsreicher Jahresauftakt. Nachdem kurz vor Weihnachten 40 000 neue Gebührenbescheide für die Müllabfuhr verschickt worden waren, haben nun viele der Angeschriebenen Fragen und Änderungswünsche. Gestern endete die Frist, bis zu der die Kunden eine Biotonne beantragen und die Behältergröße für den Restmüll verkleinern lassen konnten. Wer den zugesandten Gebührenbescheid nicht kontrolliert hat, bezahlt für die Müllabfuhr möglicherweise erheblich mehr als bisher.

veröffentlicht am 09.01.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

270_008_7818393_hm304_Kreisabfallwirtschaft_Wal_0901.jpg
Marc Fisser

Autor

Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

14 000 zurückgesandte Formulare stapeln sich nun in Pappkartons bei der KAW an der Ohsener Straße in Hameln. Die Müllentsorger garantieren, die fristgerecht beantragten Änderungen finanziell rückwirkend zum Jahresbeginn gelten zu lassen. Betriebsleiterin Sabine Thimm macht aber auch den zu erwartenden Nachzüglern Hoffnung: „Wir werden noch ein paar Tage Kulanz zeigen. Wir wollen schließlich kundenfreundlich sein.“ Sie wisse, dass die Frist kurz gefasst war. Das habe sich jedoch nicht vermeiden lassen, damit das Großprojekt möglichst schnell umgesetzt werden kann. Die KAW-Chefin vermutet, dass sich in nächster Zeit noch 6000 weitere Landkreis-Bewohner mit Änderungswünschen melden werden.

Die KAW hat das Gebührensystem so überarbeitet, dass es beim Restmüll keinen Mengenrabatt mehr gibt und damit jeder Abfallerzeuger pro Liter praktisch dasselbe bezahlt. Gleichzeitig wurde aber für viele Bewohner die Möglichkeit geschaffen, einen kleineren Abfallbehälter zu ordern und damit seine Kosten zu drücken. Zudem wurde die Biotonne für all jene obligatorisch, die keine Fleischreste oder anderes Essen in ihre Kompostkiste werfen und damit womöglich Ratten und anderes Ungeziefer anlocken möchten. Das schlecht brennbare Biomaterial darf aus umwelt- und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr im Restmüll landen; es soll in Bioenergieanlagen verwertet werden.

Die meisten Fragen, die in den vergangenen Tagen von den vier Hotline-Mitarbeitern der KAW beantwortet werden mussten, drehten sich um die Verkleinerung der Restmülltonne und das Thema Eigenkompostierung. Die Reaktionen seien insgesamt positiv, bemerkt Thimm, über die Neuregelung zu den Bioabfällen „regen sich nur wenige auf. Da haben wir bei früheren Gebührenerhöhungen schon ganz anderes erlebt“. Fünf Service-Kräfte haben bereits begonnen, Änderungsbescheide zu verschicken. Am einfachsten geht das bei denjenigen, die lediglich erklärt haben, weiterhin selbst zu kompostieren und sonst alles beim Alten lassen. „2500 Bescheide sind raus“, sagte Thimm gestern. Hingegen seien die Gebührenmitteilungen zu den Tonnen-Veränderungen erst im April zu erwarten. Die Auslieferung der neuen und das Einsammeln der alten Behälter ist für März geplant. 20 Menschen, darunter externe Dienstleister, werden damit vier Wochen beschäftigt sein.

270_008_7818395_hm306_Kreisabfallwirtschaft_Wal_0901.jpg

An eine auszutauschende Biotonne wird nach ihrer letzten Leerung ein Zettel geklebt, dass sie am Straßenrand stehen bleiben soll, weil sie am Folgetag abgeholt wird. Beim Restmüll wird die neue Tonne mit dem Hinweis ausgeliefert, sie erst in Betrieb zu nehmen, wenn die bisherige zum letzten Mal geleert wurde. „Die eingesammelten Tonnen werden gereinigt, geprüft und weiterverwertet“, erklärt Thimm. Es bekomme also nicht jeder ein fabrikneues Modell. Gleichwohl wird die KAW voraussichtlich 15 000 Behälter zukaufen. Die ersten Ausschreibungen dafür sind schon im Herbst gelaufen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare