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Vor Gericht: Zweieinhalb Jahre Haft für drogensüchtigen Langfinger

Karte mit PIN: Dieb langt zu

Bückeburg (ly). Sein Job: Bote eines Drogenhändlers. Seine Aufgabe: niedere Arbeiten verrichten. Etwa so beschreibt ein Hannoveraner, womit er die Zeit verbracht hat. Weil der 39-Jährige selbst drogensüchtig ist und zuletzt nach eigenen Angaben täglich Heroin für bis zu 50 Euro brauchte, war er ständig auf der Suche nach Geld. Ein Abstecher nach Bückeburg und Umgebung vor einem Jahr hat dem Mann von der Leine jetzt einen längeren Aufenthalt im Gefängnis eingebracht. Wegen Diebstahls und Computerbetrugs in vier Fällen verurteilte das Amtsgericht ihn zu zweieinhalb Jahren Haft. Ein früheres Urteil wurde dabei einbezogen.

veröffentlicht am 03.03.2007 um 00:00 Uhr

Mit einer gestohlenen EC-Karte hatte der 39-Jährige dreimal an Automaten kleinere Geldbeträge abgehoben, zusammen 100 Euro. Geklaut worden war die Karte aus dem leeren, nicht verschlossenen Klassenraum einer Bückeburger Bildungsstätte. In der Handtasche einer jungen Frau lagen außerdem die - man glaubt es kaum - auf einem Zettel notiertePIN-Nummer sowie Handy und Geldbörse. Leichter kann man es einem Langfinger kaum machen. Für diesen Diebstahl konnte der Hannoveraner indes nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Die Karte will er von einer Bekannten bekommen haben. "Es liegt nahe, dass der Angeklagte den Diebstahl begangen hat",erklärte Richter Armin Böhm. "Gesehen hat ihn jedoch niemand." Wenige Tage später in Bad Nenndorf war das anders. Morgens, als die Eltern gerade ihren Nachwuchs brachten, spazierte der Dieb in einen Kindergarten und verließ das Gebäude kurz danach wieder mit seiner Beute, dem Portemonnaie einer Praktikantin. Mit einer gestohlenen EC-Karte hob der 39-Jährige danach Geld ab, diesmal 130 Euro. Wiederum lief dabei die Überwachungskamera. Eine Erzieherin, die den Täter beim Betreten und Verlassen des Kindergartens beobachtet hatte, konnte ihn anschließend in einer polizeilichen Vernehmung anhand von Lichtbildern identifizieren. Mit seinem Urteil bewegte sich Richter Böhm "am unteren Limit". "Aber das muss es denn schon sein - bei den Vorstrafen." Auf das Konto des Angeklagten gehen 16 Eintragungen, zum Teil einschlägige Taten. Auch Knasterfahrung bringt der 39-Jährige mit. "Er hat nichts dazu gelernt", stellte Böhm fest. Sogar hinter Gittern stand der Hannoveraner auf Kriegsfuß mit Recht und Ordnung: Er hatte sich an einer Meuterei unter Gefangenen beteiligt. Vor dem Amtsgericht angeklagt war der 39-Jährige noch wegen einem halben Dutzend weiterer Taten in Bückeburg und Hannover, die ihm aber zunächst nicht nachgewiesen werden konnten.

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