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Gruppe pflegt Zusammenhalt - und lädt Gäste ein: "Wollen uns nicht ausgrenzen"

Karlovac-Bier und Balkan-Folklore: Rintelns Kroaten feiern großes Fest

Engern (who). Fast unbemerkt von der Bevölkerung Engerns hat der kroatische Verein "Boban" aus Rinteln sein zweites großes Fest in der Mehrzweckhalle gefeiert. Nach dem ersten Treffen dieser Art im Mai seien um die 150 Gäste aus dem Einzugsgebiet im Umkreis von rund 60 Kilometern gekommen, schätzt Daniel Sokolic vom Organisationsteam.

veröffentlicht am 10.12.2007 um 00:00 Uhr

Weit ausholende Reigentänze für alle Generationen gehören dazu,

Der junge Diplom-Ingenieur aus Rinteln gehört zu den Kindern der ehemaligen kroatischen Gastarbeiter, die in Rinteln aufgewachsen sind. Er hat einen verantwortungsvollen Job bei einer bekannten Firma seiner Heimatstadt, in der er fest verwurzelt ist. Das Gleiche gilt für die meisten Besucher des Festes - und der Wunsch, den Anschluss zumKulturkreis der Eltern sowie den Zusammenhalt untereinander zu erhalten, hat sie zusammengeführt. "Deshalb haben wir nach dem ersten großen Treffen im Mai beschlossen, zweimal im Jahr zusammenzukommen", erklärt Daniel Sokolic. "Damit man den Kontakt behält und damit vor allem unsere jungen Leute Gelegenheit haben, sich zu treffen", bestätigt Zoran Gaspar, Wirt des Restaurants Croatia, der als Rintelner aufgewachsen ist und unzählige Freunde und Bekannte in der Weserstadt hat. Was es mit dem Name "Boban" auf sich hat, erklärt Daniel Sokolic. Es sei ein Klub von jüngeren Kroaten, der im Bowlingcenter am Rintelner Schubertweg regelmäßig die Kugel schiebe und sich den Namen eines bekannten kroatischen Fußballers gegeben habe. Sokolic weiter: "Wir sind hier zwar zurzeit unter uns, aber wir wollen uns wirklich nicht ausgrenzen und würden uns freuen, auch Gäste aus der Umgebung begrüßen zu können." Das zeige allein schon die Tatsache, dass zahlreiche kroatische Frauen und Männer mit Deutschen verheiratet seien. Das bewegte Bild auf der großen Tanzfläche in der Engerschen Mehrzweckhalle unterstreicht den Eindruck von Offenheit und der puren Freude am gemeinsamen Feiern. Neben aktueller Schlagermusik ist es besonders typische Folklore vom Balkan, die alle Generationen und Geschlechter im Saal auf die Beine bringt. "Matrix" heißt die dreiköpfige kroatische Band aus Essen, die eigens für den Abend angereist ist. Bei den beschwingt getragenen Reigentänzen kann wirklich jeder mitmachen und die melancholischen Anklänge laden ein zum Träumen und rufen besonders bei den Älteren im Saal zumindest leicht wehmütige Erinnerungen wach. Aber mit so vielen Nachbarn am Tisch, die die gleiche Muttersprache sprechen, und dem einen oder anderen original Karlovac-Bier zur Portion Spanferkel auf kroatische Art ist das Wesertal eben doch ein gutes Stück Heimat für alle. "Normalerweise feiern wir bis gegen drei Uhr morgens", erklärt Daniel Sokolic zum Abschied. Genug Gelegenheit also, um sich bis zum nächsten Treffen mit guten Eindrücken und Erinnerungen als Motivation zum Wiederkommen in einem halben Jahr aufzuladen. Und vielleicht sind dann ja auch deutsche Nachbarn und Freunde oder einige Gäste aus Engern dabei.



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