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Esperantogruppe La Ratkaptista Bando feiert 25-jähriges Bestehen mit 46 Esperantofreunden aus nah und fern

Kanons von Kapriol und Dialoge über Dorfentwicklung

Hameln. „Es ist doch eigentlich schade, dass man immer nur allein auf dem Klo ist. Dort ist doch eine wunderbare Akustik und man könnte doch mit anderen zusammen singen.“ Diesen Kanon, als Zugabe auf friesisch gesungen, setzte die niederländische Folk-Band „Kapriol“ gleich in die Tat um und lockte die Gäste in die Damen-Toilette des Wirtshauses Bücher in Fuhlen. Und alle, die mutig hinterhertanzten, stellten fest: ja, tatsächlich, die Akustik dort ist nicht schlecht.

veröffentlicht am 22.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:41 Uhr

Im voll besetzten Saal spielten die vier Musiker von „Kapriol“ mittelalterliche Tanzmelodien auf alten Instrumenten wie Trommel und Schalmei. Auch selbst angefertigte Flöten aus Plastik- und Abflussrohren, die einen ganz eigentümlichen Klang hervorbrachten, kamen zum Einsatz. Und auch mit A-cappella-Gesang ohne Instrumente überzeugten die Musiker mit ihren kräftigen Stimmen. Und ein niederländischer Shantymusiker mit Gitarre und Akkordeon reihte sich in das Musikangebot ein. Eine Promenade eröffnete den zweiten Teil des Abends, bei dem alle die Musik auch in Bewegung umsetzen konnten. Bei den Reihen-, Kreis- und Paartänzen konnte jeder mitmachen. Die Schritte waren nach kurzer Anleitung schnell erlernt. Und wenn es auch mal nicht gleich klappte, Spaß hatte jeder dabei. Kaum einer hatte ja wohl vorher schon einmal eine Bourée oder Gigue getanzt.

Eingeladen zu diesem Konzert hatte die Esperanto-Gruppe Hameln „La Ratkaptista Bando“, um ihr 25-jähriges Bestehen zu feiern. Und 46 Esperanto-Sprecher von Bielefeld bis Hamburg, ja sogar aus Belgien, den Niederlanden, der Slowakei und Korea kamen zusammen, um mit den Freunden aus Hameln das „jubileo“ zu feiern.

Stadtführung durch Hameln und Museumsbesuch wurden geboten. Beim Essen mittags und abends blieb dann genug Zeit, sich zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen, wozu die internationalen Plansprache Esperanto geeignet ist. Grußworte übermittelte Anne Höpken von der Esperanto-Gruppe Unterweser an die Oberweser. Und Zsofia Korody, Vorsitzende des deutschen Esperanto-Lehrer-Verbandes, überreichte dem Vorsitzenden der Hamelner Gruppe, Heinz W. Sprick, das Zertifikat für die C1-Sprachprüfung, die er im Sommer erfolgreich abgelegt hatte.

Am Sonntagvormittag traf man sich dann noch zu einem Dorfspaziergang durch das „Zukunftsdorf“ Fuhlen, wobei auch über die Entwicklung der Dörfer in Belgien und den Niederlanden gesprochen wurde.

Nicky Janssen aus Wommelgem in Belgien fasst ihre Eindrücke zum Jubiläumswochenende folgendermaßen zusammen: „Als Kind habe ich die Geschichte vom Rattenfänger gehört. Es überraschte mich, als ich älter wurde, dass diese Stadt wirklich existiert. Als Märchenerzählerin habe ich diese Sage immer gern erzählt. Als ich plante, mit Freunden zur Esperanto-Stadt Herzberg zu fahren, um Bücher dorthin zu bringen, und die Esperanto-Freunde erzählten, dass sie das 25-jährige Bestehen der Esperanto-Gruppe Hameln ,La Ratkaptista Bando‘ mitfeiern wollten, da schlug mein Herz schneller. Ob wir interessiert wären, mitzufeiern? Ja, endlich Hameln sehen, klar wollte ich dabei sein.“

In Fuhlen erkundigten sich die Esperantosprecher aus den Niederlanden und Belgien, wie das Dorf versucht, seine Attraktivität mit und für die Bürger zu steigern.



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