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Tolles Wetter, volle Stadt: Rintelner Bauernmarkt als attraktives Etappenziel am Felgenfest-Sonntag

"Kann es besser laufen? Das glaube ich nicht"

Rinteln (crs). Den Bauernmarkt sehen - und seufzen. Mindestens zwei Seufzer dürften gestern etlichen Besuchern der Innenstadt entfleucht sein. Ein erleichterter Seufzer mitten im dichtesten Gedränge angesichts einer weisen Entscheidung: "Zum Glück haben wir die Fahrräder vorne stehen lassen..." Und ein deutlich betrübterer Seufzer angesichts der schier endlosen Schlangen vor sämtlichen Eiscafés der Stadt: "Da brauchst du dich gar nicht erst anzustellen..."

veröffentlicht am 02.06.2008 um 00:00 Uhr

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Wunderschön das Wetter, proppenvoll die Stadt: Das verflixte siebte Jahr ist für den Rintelner Bauernmarkt zu einer verflixt guten Sache geworden. Tausende Radfahrer und Inline-Skater machten beim Felgenfest in Rinteln Station und genossen die zugleich trubelige und beschauliche Stimmung. Vier treue Rinteln-Fans waren eigens aus Sarstedt angereist: Ulrich und Renate Behrens packen gemeinsam mit Petra und Gerhard Bandemer schon seit Jahren die Räder auf die Autos, radeln von Hameln nach Rinteln und genießen hier Bauernmarkt-Atmosphäre, Stadtbummel und offene Geschäfte - der Spontaneinkauf beim Bekleidungsgeschäft passte gestern optimal in den Fahrradkorb. "Rinteln gefällt uns immer wieder gut", sagen die vier Radler, bevor es auf der anderen Weserseite zurück zum Ausgangspunkt geht. Zufrieden sind außer den Besuchern auch die Anbieter. Aus dem gut 60 Kilometer entfernten Hemmingen ist Claus Koch mit seinen ökologisch angebauten Kräutern und Nutzpflanzen nach Rinteln gekommen. Eine Anreise, die sich lohnt: "Wir sind seit ein paar Jahren hier, und es ist immer wieder ein Erfolg", sagt Koch, der sich mit Kräuter-Exoten wie Blutsauerampfer, Zimtbasilikum oder Bergamotteminze einen eigenen Stammkundenkreis aufgebaut hat. Mit dabei ist in diesem Jahr auch Sohn Lukas, der mit seinen zwölf Jahren bereits selber unter die Gemüsebauern gegangen ist. Seine Anbaustrategie ist gleichermaßen einfach wie genial: "Alles, was sich gut verkaufen lässt..." Super verkaufen lassen sich auch die "glücklichen Erdbeeren aus artgerechter Freilandhaltung" am Stand von "Wichman's Hof" auf dem Marktplatz. Gut anderthalb Stunden sind Simon Meyer und Alexandra Küking mit Erdbeeren und Spargel aus Häuslingen angereist - ab Dienstag dieser Woche sind sie mit ihren saisonalen Produkten auch wieder regelmäßige Beschicker des Wochenmarkts. "Wir bauen alles an, was lecker ist", sagt Meyer zu seinem Angebot. Mit der Resonanz auf dem Bauernmarkt ist er sehr zufrieden: "Es läuft super." Den Pott Kaffee für einen Euro gibt es bei den Ackerbürgern, die auf dem Kirchplatz außer den bewährten Aktionen mit Seiledrehen und Getreideraten auch wieder ein großes Café anbieten. "Es ist sonst ja schon alles teuer genug", sagt Christa Tirschler zu den fairen Preisen, während ein Stück Kuchen ums andere über die Theke geht. Zehn fleißige Ackerbürger-Bäcker - darunter auch zwei Männer - haben alle möglichen Varianten von Obstkuchen und Sahnetorten gebacken. Und die kommen bestens an, freut sich Christa Tirschler: "Der Andrang ist enorm." Auch Marktmeister Jürgen Pleitner war nach etlichen besorgten Blicken auf die Wetterfahne am Kirchturm von St. Nikolai ("die zeigt auf Süd-West, das heißt eigentlich nichts Gutes...") am Ende eines regenfreien Tages rundum glücklich. "Kann es besser laufen?", fragte er mit Blick auf den auch am frühen Abend nochrappelvollen Marktplatz. Und beantwortete die rhetorische Frage selber: "Das glaube ich nicht." Das dürfte wohl Seufzer Nummer drei gewesen sein - der glückliche und ein wenig erschöpfte Seufzer nach einem rundum gelungenen Tag...



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