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Beginn einer Vortragsreihe verschiedener Organisatoren / Morgen stellt sich Sam vor

Kampf gegen Kinderarmut

Hameln. Rund 180 Bürger interessierten sich im Weserberglandzentrum in Hameln für Antworten auf die Fragen: Was ist Armut und wie wirkt sie sich auf unsere Kinder aus? Dr. Wolfgang Kurbjuhn, Mitglied im Beirat des DRK-Projekts, führte als Moderator durch den Abend. Der Vortrag bildet den Beginn einer Veranstaltungsreihe verschiedener Organisationen zum Thema Kinderarmut. „Armut ist das gravierendste soziale Problem unserer Zeit“, erklärt Petra Broistedt, Kreisrätin im Landkreis Hameln-Pyrmont, in ihrer Begrüßungsrede.

veröffentlicht am 19.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Im Kreis Hameln-Pyrmont leben laut Broistedt rund 4000 Kinder unter 15 Jahren in Armut. Das bedeutet, ihnen stehen pro Tag nur bis zu 2,98 Euro für Nahrung und Getränke zur Verfügung. „Wie soll man davon gesund leben?“ Darum gilt Broistedts Dank dem DRK-Kreisverband und anderen Organisationen, die solche Informationsveranstaltungen initiieren und sich zum Ziel gesetzt haben, in einem Bündnis die Kinderarmut zu bekämpfen. Jeder Cent zähle, erklärte sie.

„Armut ist das Fehlen von Möglichkeiten“, so Dr. Wolfgang Kurbjuhn. Diese Aussage wird von Dr. Antje Richter-Kornweitz in ihrem Vortrag durch Forschungsergebnisse belegt und unterstützt. Sie gilt als Kämpferin gegen die Kinderarmut. Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin hat sie viele Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt. Als Fachreferentin bei der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. setzt sie sich für die Publikation dieses Themas ein.

Der Weg in die Armut sei häufig unverschuldet: Teilweise sind es Kinder von Alleinerziehenden, Kinder mit Migrationshintergrund oder Kinder, die mit zwei, drei oder mehr Geschwistern aufwachsen. Die Folgen von Armut sind meist lang- und vor allem schwerwiegend. „Armut ist mehr, als nur kein Geld zu haben.“ Kinder haben weniger Chancen auf ein gesundes Aufwachsen, auf gesellschaftliche Teilhabe und auf Bildung. Diese Punkte haben auch Auswirkungen auf den Rest der Gesellschaft: Denn Armut kostet. Es entstehen Folgekosten durch unzureichende Bildung für die öffentlichen Haushalte von 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang. Zu den Kosten gehören Ausgaben für Sozialgeld, Arbeitslosengeld II und Wohngeld, um nur einige zu nennen.

Positive Daten beruhen auch auf den sinkenden Kinderzahlen in Deutschland. Die Referentin setzt auf eine Präventionskette, die Unterstützung in den einzelnen Lebensphasen der Kinder bietet und sie lobt die Strategie gegen Kinderarmut im Landkreis Hameln-Pyrmont und hebt besonders den Aufbau eines großen Netzwerkes gegen Kinderarmut als wichtigen Schritt hervor.

Ein Benefizabend von „Sam and friends“ findet am Freitag, 20. September, um 18 Uhr im Schiller-Gymnasium statt. Geboten werden Informationen über die Rolle des Vereins im Kampf gegen Kinderarmut und interessante Unterhaltung. Am Dienstag, 24. September, von 9 bis 14.30 Uhr, findet in der Sumpfblume das Kinderforum „1, 2, 3, ich bin dabei“ unter der Fragestellung „Was brauche ich zum Wachsen?“ statt. „Kinder, die von Armut betroffen sind, werden über ihre Situation informieren“, so Brigitte Strecker vom Landkreis. Im Rahmen des Projekts „Wie kommt das Glück ins Hufeisen?“ findet am Donnerstag, 26. September, ab 11 Uhr ein Konzert von Hamelner Schülern zugunsten von Sam auf der Hochzeitshaus-Terrasse statt. Die Veranstaltungsreihe endet am Montag, 21. Oktober, um 14.30 Uhr mit der Aktion „Sam e.V. lädt ins FiZ ein“. „Alle Akteure werden ein Bündnis schließen, um gemeinsam Konzepte und Möglichkeiten gegen Kinderarmut zu entwickeln“, erklärt Gabriele Brakemeier von Impuls. Mit dem Appell „Das Thema Kinderarmut geht uns alle an – und jeder Cent zählt“, schließt Martina Keese, Vorsitzende des DRK-Beirats für Kinderarmut, den Vortragsabend.

Martina Keese, Vorsitzende des DRK-Beirats gegen Kinderarmut, überreicht der Referentin Dr. Antje Richter-Kornweitz ein Dankeschön für ihren Vortrag, den sie ohne Bezahlung als „Spende“ gegen Kinderarmut für das DRK-Projekt gehalten hat.



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