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Kanalüberprüfung in Heeßen / Anlieger sollen zahlen

Kamera bringt es ans Licht: Hausanschlüsse schadhaft

Heeßen (tw). Anliegern der Straße Im Wiesengrund droht Ungemach: Nachdem ein Fernseh-"Auge" der Firma "Brandt Kanal-TV" die Kanalisation im März 2006 im Zuge der Vorarbeiten für den zweiten Bauabschnitt abgefahren hat, scheint klar: "Zumindest im Einzelfall haben Anlieger die Hausanschlüsse unsachgemäß erstellt - oder aberFirmen beschäftigt, die für diese Arbeiten nicht kompetent sind", befindet Gemeindedirektor Heinz Wischnat.

veröffentlicht am 20.04.2006 um 00:00 Uhr

Die Unterwelt im Blickpunkt: Der Bauausschuss unter Vorsitz von

Gemäß der Satzung der Samtgemeinde müssten besagte Anwohner die Kosten für das "ordnungsgemäße" Herrichten der Teilstücke von den defekten Abzweigen bis hin zu den Grundstücken in voller Höhe zahlen. Wischnat macht die Rechnung auf: "Würden alle Anschlussstücke den Anliegern gehören, was aber nicht der Fall ist, kämen auf die Betroffenen insgesamt Kosten von 12 000 Euro zu." Da aber zwei bis drei dieser Anschlüsse zu Lasten der Gemeinde gingen, werde die Summe für die Anlieger vermutlich "etwas geringer". Wen's betrifft, der soll in Kürze Post erhalten ... Das Thema beschäftigte jetzt den Bauausschuss Heeßen unter Vorsitz von Heinrich Meier (SPD). Dabei haben die Politiker dem Rat einstimmig empfohlen, im Zuge des weiteren Ausbaus der Straße Im Wiesengrund zwischen L 451 und Auebrücke auch den Regenwasserkanal zu sanieren. Die Gesamtkosten betragen inclusive Anliegeranteil 32 000 Euro. Nach Analyse des Ingenieurbüros Kirchner (Stadthagen) ist der 280 Meter lange Schmutzwasser-Kanalstrang, der dem Abwasserverband Auetal gehört, "O.K.". Anders sieht es dagegen beim 300 Meter langen Regenwasserkanal aus, der Eigentum der Gemeinde Heeßen ist. Das Schadensbild, wie es sich dem Kameraauge gezeigt hat: Stutzen wurden nicht fachgerecht ausgeführt, ragen zum Teil in den Kanal hinein oder reichen nicht bis an ihn heran; In die Verbindungen der Muffen sind Wurzeln eingewachsen; Im Kanal liegen Scherben; Es ist zu Axialverschiebungen gekommen. Zudem hat "Kanal-TV" festgestellt, dass sich in mehreren Haltungen an der Rohrsohle Beton abgelagert hat. Da die Kirchner-Ingenieure davon ausgehen, dass sich der Zustand des in nur 1,2 Meter Tiefe verlegten Regenwasserkanals im Zuge der geplanten Straßenarbeiten weiter verschlechtern wird, empfehlen die Stadthäger "dringend" die Sanierung. Der Bauausschuss auch. Die Arbeiten sollen in Kürze ausgeschrieben werden. Wischnat: "Es führt kein Weg drum rum. Wir können nicht die Straße sanieren, den Kanal aber im Wortsinn ,links liegen lassen.'" Dann nämlich drohe - insbesondere bei Tiefenfrost - das Wasser gegen die Teerdecke zu drücken und sie zu unterspülen. In der Folge sacke dann irgendwann die Fahrbahn weg.

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