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Bodenfrost nach Sommerhitze?

Kalte Sophie& Co. - die Macken des Wonnemonats

Landkreis. Der Mai: "Mozart des Kalenders" - dieser von Erich Kästner (1899-1974) geprägte Begriff charakterisiert treffend den wohl schönsten Monat des Jahres. Wegen seines oft strahlend blauen Himmels, dem frischen Grün und der üppigen Blütenpracht ist der Mai nicht nur bei Heiratswilligen, sondern auch unter Fotografen hoch geschätzt. Doch der Wonnemonat hat auch seine Macken.

veröffentlicht am 11.05.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Obwohl der Mai im Schaumburger Land mit durchschnittlich 191 Stunden noch vor dem Juni der sonnigste Monat des Jahres ist, zeigt er sichüberraschend oft von seiner unbeständigen und kühlen Seite. Manchmal hält die Launenhaftigkeit der Frühjahrswitterung bis weit in zweite Monatshälfte hinein an. Grund ist die kalte Polarregion, die uns mit nordwestlichen Winden noch eisige Luft schicken kann. Viele Wolken mit Regen- und Graupelschauern bis hin zu Gewittern bestimmen dann das Himmelsbild. Und in klaren und windschwachen Nächten ist immer noch Bodenfrost, vereinzelt sogar geringer Luftfrost möglich. Dazu der Volksmund: "Der Mai als Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren." Allerdings nimmt die Frostgefahrim Monatsverlauf schnell ab und ist im letzten Monatsdrittel in den Niederungen praktisch nicht mehr vorhanden. Kälterückfälle im Mai werden seit jeher mit den Eisheiligen in Verbindung gebracht. In Norddeutschland sind dies Mamertus, Pankratius und Servatius vom 11. bis 13. Mai, in Süddeutschland Pankratius, Servatius und Bonifatius, die ihre Namenstage vom 12. bis 14. Mai haben. Als Nachzügler für ganz Deutschland gilt die "Kalte Sophie" mit dem Lostag am 15. Mai. Solcheüberdurchschnittlich häufig zur selben Zeit im Jahr wiederkehrenden Witterungsereignisse (Singularitäten), können sich durch Klima schwankungen auch verschieben. Bis Ende des 19. Jahrhunderts traten die Eisheiligen nur zu den klassischen Terminen auf. Danach wechselten sie zwischen den normalen Tagen und der Zeit um den 22. Mai ab. Seit etwa 1950 bevorzugen die gestrengen Herren die letzte April dekade, wie diesmal vom 19. bis 21. April, und - in abgeschwächter Form - weiterhin die Zeit um den 22. Mai. Was der Mai an Wetterkapriolen im Angebot hat, mögen folgende Beispiele zeigen. So stieg das Thermometer in dem recht schönen Wonnemonat 2005 am 28. Mai in Bückeburg auf den neuen Monatsrekord von 32,8 Grad (!). Insgesamt war dieser Mai durchschnittlich warm und sonnig und etwas zu feucht. Ganz anders der Mai 1991: In unserer Region war er um zwei Grad zu kalt, extrem sonnenscheinarm, aber trotzdem viel zu trocken. Bis zum 19. Mai sorgten vorwiegend nördliche Winde immer wieder für Regen- und auch Graupelschauer. Ein bis zwei Frosttage meldete Hameln, am Erdboden sogar bis minus drei Grad. Und selbst im letzten Monatsdrittel kamen die Temperaturen nicht auf die Beine. Oft machte das Thermometer schon bei 11 bis 14 Grad schlapp. Lediglich zweiMal überwand es die 20 Grad-Marke. Am deutlichsten am 30. Mai mit maximal 23 Grad.



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