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Speditionen kooperieren / Ziel ist eigene Berufsschulklasse an der Eugen-Reintjes-Schule

„Kai“ soll den Nachwuchs fördern

Der Logistikbranche droht ein Fachkräftemangel. Dies ist das Ergebnis eines Berichts zur Arbeitsmarktsituation und den Arbeitsbedingungen im Bereich Güterverkehr und Logistik des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) – und Anlass für Speditionsunternehmer Henning Schnelle aus Bad Münder, intensiv eine Diplomarbeit des Aerzeners Dennis Hausmann zu begleiten. Daraus wurde „Kai“ entwickelt, die „Kooperations- und Ausbildungsinitiative“ im heimischen Transportgewerbe.

veröffentlicht am 19.04.2012 um 03:43 Uhr

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Fahrzeuge faszinierten Hausmann schon, als er noch ein Kind war und sein Großvater Walter, ein Transportunternehmer aus Aerzen, den ersten Mähdrescher im Landkreis besaß. „Ich habe von klein auf mitgearbeitet“, sagt der 32-Jährige, der nach der Schule zunächst eine Lehre als Kfz- und Lkw-Mechaniker in Hameln absolvierte. Doch das war dem Aerzener nicht genug: Der junge Mann, der bereits früh auch den Lkw-Führerschein besaß, entschied sich, seine Kenntnisse in einem Studium zu vertiefen. Und das war quasi die Initialzündung für den Zusammenschluss besonderer Art, für „Kai“.

Grundlage dafür ist die Diplomarbeit, die Hausmann – er studiert Transportwesen und Logistik an der Hochschule Bremerhaven – geschrieben hat. „Fahrpersonalmangel im Straßentransportgewerbe (Umsetzung einer Kooperations- und Ausbildungsinitiative nach Analyse und Beurteilung der aktuellen Situation deutschlandweit)“ lautet der Titel. Dafür hatte Hausmann 32 Unternehmen aus der Region angeschrieben, und die allermeisten haben den entsprechenden Fragebogen zurückgeschickt. „Bei der Auswertung habe ich festgestellt, dass mehr als 20 Prozent aller Fahrer in den nächsten fünf Jahren ausscheiden“, sagt Hausmann mit Blick auf den Altersdurchschnitt der im Transportgewerbe Beschäftigten. Der einzige Weg, den der Aerzener für richtig hält und den auch der Münderaner Schnelle unterstützt: Rekrutierung des Nachwuchses aus den eigenen Reihen – also Ausbildung. „Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der in drei Jahren erlernt werden kann“, so Hausmann.

Und weil nicht jedes Transportunternehmen im Weserbergland alle Facetten dieses Berufs abbilden kann („Silofahrer kennen keine Transportsicherung, andere haben keine Werkstatt“), haben sich Speditionen von Bad Münder über Hameln und Aerzen bis hin nach Holzminden jetzt zusammengetan. Sie wollen nicht nur das Berufsbild bewerben, um für den drohenden Nachwuchsmangel gerüstet zu sein, sondern vor allem die Ausbildung qualitativ verbessern. Dazu sollen unter anderem ein Erfahrungsaustausch, die Bereitstellung von Praktikumsplätzen und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit der Weserbergland AG dienen, die das Projekt begleitet.

Derzeit versuchen die Unternehmer nach Kontaktaufnahme mit der Eugen-Reintjes-Schule eine eigene Berufsschulklasse einzurichten, damit die Auszubildenden – 28 neue Plätze können zum 1. August bereitgestellt werden – nicht länger zum Blockunterricht nach außerhalb müssen. CK/jhr

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