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Faul und morsch: Ein 100-jähriger das Stadtbild prägender Bergahorn ist nicht mehr zu retten

Kahle Stelle prangt vor dem Justizgebäude

Bückeburg (rc). Der das Stadtbild prägende Bergahorn vor dem Justizgebäude an der Herminenstraße ist gestern der Kettensäge zum Opfer gefallen. Der Baum war zwar erst etwa 100 Jahre alt, wies aber so viele Schäden auf, dass seine Standfestigkeit erheblich gefährdet und eine Rettung unmöglich war.

veröffentlicht am 03.01.2008 um 00:00 Uhr

Weil ihm Straßenverkehr und Versiegelung zu sehr zugesetzt haben

Herausgefunden hatte das Christiane Matthaei, bei der Stadtverwaltung seit kurzem verantwortlich für die Kontrolle der Bäume und das Aufstellen eines Baumkatasters. Bei einer ersten Inaugenscheinnahme war eine komplette Beurteilung des Baumes wegen seines starken Efeubewuchses nicht möglich. Auffällig waren aber das Vorhandensein eingefaulter Kappungsstellen im oberen Kronenbereich sowie diverser morscher Stellen und Höhlungen am Fuß des Stammes. Dazu diagnostizierte die Baumexpertin den Befall mit dem so genannten Brandkrustenpilz: ein unscheinbarer Pilz, der bevorzugt an gekappten Bäumen vorkommt oder aber an Bäumen, die bei Straßenbaumaßnahmen Schäden am Wurzelwerk davongetragen haben - so wie das Exemplar an der Herminenstraße. Die Schäden können dabei durchaus schon vor einigen Jahrzehnten entstanden sein, sich aber erst jetzt am Zustand der Bäume zeigen. Nach Entfernen des Efeus und dem Hinzuziehen einer weiteren Expertin war es dann jedenfalls klar: Für den Baum gab es keine Rettung mehr, da weder seine Stand- noch seine Bruchsicherheit gewährleistet waren. Auch eine Baumsanierung erschien nicht sinnvoll: Eine Einkürzung hätte einen verstümmelten Baumtorso vor dem Justizgebäude hinterlassen: "Das wäre kein Aushängeschild für eine Stadt, die mit Bedacht Baumpflege betreiben möchte." Der Bergahorn ist etwa 20 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 3,42 Metern. Das lässt den Rückschluss auf ein Alter von 100 Jahren zu. Gestern Morgen nun segnete der Baum endgültig das Zeitliche. Mitarbeiter des Bauhofs rückten an, sperrten die Straße, bauten eine Hebebühne auf und sägten den Baum Stück für Stück herunter. Am Nachmittag war nicht mehr viel zu sehen von der 100 Jahre alten Pracht. Im Frühjahr wird an gleicher Stelle ein neuer Baum gepflanzt.

Das Bild aus dem Spätsommer zeigt die Schäden.
  • Das Bild aus dem Spätsommer zeigt die Schäden.
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