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"Made in Rinteln": Weserkies und Niemeyer-Kaffee - sinnliche Stadtwerbung auf Tourismus-Messen

Kaffeegrüße nach Koblenz, Magdeburg, Borkum

Rinteln (who). Mit duftendem Kaffee und einer lokalen Pralinenspezialität lässt sich auf höchst sinnliche Weise prima Stadtwerbung machen. Rinteln kann mit beidem dienen und fährt gut damit, seit die Weserstadt sich bei Tourismus- und Nahrungsmittelmessen sowie Niedersachsentagen neben anderen typischen Eigenheiten mit zwei Leckereien präsentiert, die innerhalb der Mauern der historischen Altstadt ihren Ursprung haben.

veröffentlicht am 18.08.2006 um 00:00 Uhr

Auf vielfachen Wunsch: Der Weserkies ist als Rintelner Spezialit

Brennerstraße 18/Ecke Kirchplatz ist die Adresse, wo es heute beide Spezialitäten in der Kaffeerösterei Niemeyer unter einem Dach gibt. Schon seit dem Jahre 1897 zieht immer wieder der unverwechselbare Duft von frischem Röstkaffee von der kleinen Brennerei aus durch die Altstadt. Zunächst habe der Brennofen in einem Haus an der Weserstraße gestanden, erklärt Ilse Rosendahl. Sie führt heute den Betrieb von Vater und Großvater weiter. "Noch bis in die fünfziger Jahre hinein hat es in Rinteln mindestens sechs weitere kleinere Kaffeebrennereien gegeben", weiß Ilse Rosendahl. Ihr Familienbetrieb ist als einziger übrig geblieben. Täglich entsteht aus dem Rohkaffee in den Säcken neben dem Brennofen die Spezialität, die frischer nicht über den Tresen gehen könnte. "Wir bieten sechs normale Kaffeesorten, dazu einen Espresso und eine entkoffeinierte Sorte", erklärt Ilse Rosendahl." Es gebe weltweit zwei Hauptsorten, Arabica und Robusta. "Wir verarbeiten ausschließlich Arabica aus Mittelamerika, Indien und auch Äthiopien, weil es qualitativ der Bessere ist", betont die erfahrene Brennerin. Wie aus den rohen Bohnen der typische Niemeyer-Kaffee wird, hat sie selber im Gefühl. Die Kunden schmecken es und viele von ihnen haben den Kaffee in der typischen braun und weiß gestreiften Tüte weit über Rinteln hinaus bekannt gemacht. Neben den Rintelnern selber, die den Kaffee aus ihrer eigenen Stadt schätzen, sind es die Touristen, die den Namen Niemeyer bei sich zu Hause bekannt machen. Mancher, der beim Besuch in der Weserstadt ein typisches Mitbringsel sucht, stößt auf die kleine Rösterei an der Ecke, dort wo auch Teefreunde und -kenner fündig werden. Und nicht selten entsteht aus dem ersten Kontakt eine dauerhafte Beziehung. Ilse Rosendahl: "Mittlerweile ist der Postversand ein echtes Standbein geworden. Wir verschicken inzwischen Kaffee bis nach Magdeburg, Koblenz oder auf die Insel Borkum." Bei Messen wie der Grünen Woche in Berlin kommen sogar inzwischen auch solche Kaffeefreunde mit der Rintelner Spezialität in Kontakt, die bislang weder die Weser noch den Nikolaikirchturm gesehen haben. Im Rintelner Messe-Tross reist die braun-weiße Tüte mit ihrem aromatischen Inhalt zu solchen Veranstaltungen mit.Dabei macht sie unter dem Stadt-Marketing-Label von ProRinteln perfekte Werbung für ihren Herkunftsort. Nach der Maxime "Gemeinsam geht's noch besser" hat der Niemeyer-Kaffee inzwischen diverse Werbe-Helfer zur Seite bekommen. Etwa seit zehn Jahren gehört ein besonderer Kaffee-Likör nach eigenem Rezept dazu. Ilse Rosendahl: "Man kann ihn pur trinken, in die Kaffeetasse gießen oder mit Sahne vermengen, da gibt's keine Grenzen, er schmeckt immer vorzüglich." Wie der Likör gemacht wird, ist ihr persönliches Geheimnis. "Er wird mit Kaffee angesetzt", erklärt sie - und mehr ist ihr nicht zu entlocken. Dazu gibt es im Hause Niemeyer eine andere echte Rintelner Spezialität, die ausschließlich in der kleinen Rösterei vertrieben wird. Der "Weserkies" hat eine ähnliche Anziehungskraft wie der Rintelner Kaffee. Eingeborene und Touristen schätzen das originelle Konfekt ähnlich wie die braunen Bohnen. Die einzigartige und geschützte Pralinenmischung mit dem Kiesel-Dekor ist 1956 im Café Sinke am Marktplatz und damit nur wenige Schritte von der Brennerstraße entfernt kreiert worden. Als Konditormeister Peter Probst im Jahr 1979 das Café gepachtet hat, da hatte er auch den Weserkies samt Rezept übernommen. Als er 2004 in den Ruhestand ging, war's auch zu Ende mit den Rintelner Pralinen, zunächst jedenfalls. Die drängende Nachfrage hat ihn dann bewegt, die süße Spezialität wieder aufleben zu lassen. Seit einem Jahr wird der Weserkies wieder in Rinteln angeboten, exklusiv in Niemeyers Kaffeerösterei und ergänzt als liebenswertes Teilchen ebenfalls die Stadtwerbung. "Wir sind froh, dass die Pralinen wieder da sind", hat Ilse Rosendahl von vielen Kunden inzwischen gehört. Die süßen Steinchen aus Marzipan, Nougat oder Bitterschokolade mit Haselnüssen oder Mandeln seien ein echter Renner geworden und eine passende Ergänzung zu Kaffee, Likör und Tee.

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