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15 Verletzte nach Massenunfall an der Anschlussstelle Bad Nenndorf / Drei Seelsorger im Einsatz

Junge Mutter stirbt auf der A 2

Bad Nenndorf (htö/rwe). Grauenhafte Szenen spielten sich gestern Nachmittag auf der Autobahn 2 in Höhe der Anschlussstelle Bad Nenndorf ab: Sieben Fahrzeuge waren in einen Unfall verwickelt - eine junge Mutter starb vor den Augen ihrer beiden Töchter und ihres Mannes, 15 Menschen mussten verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

veröffentlicht am 02.01.2008 um 00:00 Uhr

Der schrottreife Unglückswagen der Familie: Die Mutter stirbt be

"Über eine Strecke von 200 Metern glich die Fahrbahn einem Schlachtfeld", erklärte Einsatzleiter Michael Kupfer von der Feuerwehr Bantorf. Die sieben Unfallfahrzeuge verteilten sich weit verstreut auf der Autobahn, herumliegende Wrackteile ließen das Ausmaß des schweren Massenunfalls erkennen. Für eine junge Familie aus Braunschweig endete die Fahrt in ihrem Opel Vectra auf der Autobahn 2 mit einer Katastrophe: Das Ehepaar war mit den beiden Töchtern in Fahrtrichtung Berlin unterwegs, als die 34-jährige Mutter gegen 15.30 Uhr aus unbekannter Ursache die Kontrolle über den Wagen verlor. Der Opel geriet ins Schleudern, prallte zunächst nach rechts gegen die Leitplanke, dann auf die linke Seite. Quer zur Fahrbahn kam der Wagen zum Stehen, ein nachfolgender 58-jähriger BMW-Fahrer aus Berlin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte frontal in die Fahrerseite des Opel. Die junge Frau war auf der Stelle der tot, ihre Familie kam verletzt ins Krankenhaus. Um die Kinder, den Ehemann und die vielen anderen Unfallopfer sowie deren Familienangehörigen kümmerten sich drei Seelsorger. Das Ehepaar in dem BMW wurde leicht verletzt. 150 Meter von der Unfallstelle entfernt bildete sich ein Rückstau. Dadurch kam es zu weiteren Unfällen, an denen fünf Fahrzeuge beteiligt waren. Eine Türkin, die gestern ihren 42. Geburtstag feierte, bremste zu spät und schob mit ihrem Peugeot vier Wagen aufeinander. Die Frau wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen, elf weitere Menschen erlitten leichte Blessuren. Während Sanitäter und Helfer die Insassen der Unfallwagen versorgten, begann der Unfalltechnische Dienst der Polizei damit, den Unfallort zu untersuchen, um Hergang und Verursacher zu bestimmen. Während der Ermittlungs- und Aufräumarbeiten sperrte die Polizei die Autobahn in Richtung Hannover für gut viereinhalb Stunden komplett. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von zehn Kilometern. Angerückt waren außer Kräften der Polizei die Feuerwehren aus Barsinghausen, Hohenbostel und Bantorf, die mit ihren etwa 45 Mitgliedern die drei Notärzte vor Ort unterstützten. Die Rettungshubschrauber "Christoph 4" und Christoph Niedersachsen" wurden alarmiert, hinzu kamen sechs Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug der Rettungsdienste aus der Umgebung. Zur Betreuung der Beteiligten waren Seelsorger vor Ort. Die Autobahn war bis 20.30 Uhr wegen der umfangreichen Aufräumarbeiten und weiterer Ermittlungen durch die Unfallforschung voll gesperrt.

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