weather-image
17°
"Runder Tisch" bei Visitation in Lauenauer St.-Lukas-Gemeinde / Meimbresse verlangt Wachsamkeit gegen Rechts

"Jugendliche ernst nehmen und auf sie zugehen"

Lauenau (nah). Vertreter von Vereinen, Parteien undörtlichen Institutionen aus dem Bereich der evangelischen St.-Lukas-Gemeinde in Lauenau haben gemeinsam Antworten gesucht. Die Fragen dazu stellte der Rintelner Superintendent Andreas Kühne-Glaser. Als Teil einer alle sechs Jahre stattfindenden Visitation mit Gottesdienst, Besuch von Konfirmanden, Kirchenvorstand und Senioren, kam er an einem "Runden Tisch" mit führenden Repräsentanten des öffentlichen Lebens im Kirchspiel zusammen.

veröffentlicht am 17.11.2007 um 00:00 Uhr

Gemeinsamkeiten zwischen Kirche undöffentlichem Leben am eckigen

Zum Auftakt der knapp zweistündigen Gesprächsrunde machte der Gast deutlich, dass sich schon länger Visitationen von "Kontrolle, Schnüffeln, Gucken gewandelt haben hin zum Kennenlernen der Gemeinde und den Möglichkeiten, Tipps zu geben". Kühne-Glaser, zuständig für 22 Gemeinden mit 53 000 Christen im Gebiet zwischen Haste und Hessisch Oldendorf, blickt selber auf langjährige Erfahrung als Gemeindepastor zurück. Er sah im Kreis der Anwesenden einen "Spiegel des hiesigen Kirchspiels". Diese sparten nicht mit Lob. Sie hätten "die Kirche jederzeit offen erlebt", vielfältig in ihrem musikalischen und kulturellen Angebot, innovativ bei der Einführung neuer Gottesdienstformen. "Es gibt eigentlich keine besonderen Klagen", resümierte zum Beispiel der Vorsitzende der "Lauenauer Runde", Heyno Garbe, der besonders hervorhob, dass "die Kirche im örtlichen Leben eigentlich immer präsent ist". Garbe machte auch deutlich, dass im Flecken nicht nur "alle an einem Strang ziehen", sondern dies "auch in die gleiche Richtung" tun würden. Aber in der Diskussion schälte sich allmählich doch ein Thema heraus, das offenbar von Kirchengemeinde und lokaler Öffentlichkeit gemeinsam angepackt werden müsste: die Integration von Jugendlichen, die sich am örtlichen ZOB treffen und regelmäßig Unrat und Beschädigungen hinterlassen. Dass es sich dabei nicht nur um einheimische Heranwachsende handele, sondern um einen "Tourismus" junger Leute aus dem Umland, bestätigte der Leiter des Nenndorfer Polizeikommissariats, Michael-Andreas Meier. Die Eishalle sei dafür sicher ein Grund. Garbe sah jedoch die Sportstätte auch "als positives Angebot für die Jugend": "Die zieht nicht nur Gesindel an." Kühne-Glaser forderte dazu auf, "Jugendliche ernst zu nehmen und auf sie zuzugehen". "Das ist eine Aufgabe für Kirche und Vereine", nickte Lauenaus Schulleiter Detlef Jelitto. Die Neuausrichtung des örtlichen Jugendforums könnte hier eine wichtige Rolle spielen. "Andere achten, andere wahrnehmen", sah auch Pastor Dieter Meimbresse als wichtige Aufgabe an - nicht nur allgemein für die Betreuung von Jugendlichen. Er verlangte besondere Wachsamkeit bei rechtsextremen Tendenzen. Zwar funktioniere grundsätzlich die soziale Kontrolle, aber die "rechte Gefahr" sei latent vorhanden. "Es war spannend, diese Bandbreite erlebt zu haben", kommentierte Kühne-Glaser zum Ausklang der Veranstaltung die Vielfalt der diskutierten Themen. Die Gesprächskultur sei nur als positiv zu werten: "Sie können hier gut miteinander reden."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare