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Heimische Schüler bei Regionalwettbewerb erfolgreich / Lego-Sortierroboter und Anhängsystem konstruiert

"Jugend forscht": Das Adolfinum stellt drei Sieger

Bückeburg/Hannover (tw). Freude am Gymnasium Adolfinum: Wiebke Später (14) und Anna-Lena Kruse (14) sowie Henning Hartmann (18) haben beim Regionalwettbewerb von "Schüler experimentieren" respektive "Jugend forscht" im Fachgebiet Technik den Regionalsieg errungen; für Henning Hartmann gab's obendrein noch den "Sonderpreis für eine alltagstaugliche Erfindung". Jetzt peilen die drei Schüler auch den Landessieg an.

veröffentlicht am 14.02.2008 um 00:00 Uhr

Anna-Lena Kruse (l.) und Wiebke Später überzeugen in Hannover mi

Die Neuntklässler Wiebke Später und Anna-Lena Kruse haben ihre Urkunde, die zugleich eine "Fahrkarte" für den Landesentscheid in Oldenburg (27. bis 29. März) ist, für Bau und Programmierung eines Lego-Sortierroboters erhalten. "Roboter werden in der Industrie für die verschiedensten Aufgaben eingesetzt", so die aus Bückeburg und Buchholz stammenden Mädchen in ihrer Projektbeschreibung. Dabei spielten das optische Erkennen von Teilen, Gegenständen und Hindernissen eine wichtige Rolle. "Wir", sagen die Forscherinnen, "haben in unserem Projekt untersucht, wie eine derartige Steuerung funktioniert." Konkret: Mit Hilfe eines Lego-"Mindstorm"-Baukastens und einer Webcam haben Wiebke Später und Anna-Lena Kruse einen selbst fahrenden Roboter gebaut, der Legosteine nach Farbe und Größe sortieren kann. Dabei werden die Steine mittels der Webcam erfasst und durch ein Programm auf einem externen Rechner identifiziert; anschließend wird die Information an den Roboter übertragen. Der Roboter greift den Stein, fährt dann selbstständig den entsprechenden Behälter an und legt ihn dort ab. Besonders schön: Die 15-seitige Dokumentation des Projekts war der Jury in Hannover sogar ein Extralob wert, denn: "Sie geht weit über das hinaus, was man in dieser Altersklasse erwarten kann", erinnert Adolfinum-Lehrer Martin Rüther, der alle drei "Jugend forscht"-Teilnehmer während des viele Monate währenden Tüftelns betreut und sie zur Teilnahme an dem Wettbewerb überhaupt erst ermutigt hat. Henning Hartmann, Jahrgang zwölf aus Meinsen, hat die Jury mit seinem "Anhängsystem" (Regionalsieg und Sonderpreis) für Lkw und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge gleich doppelt überzeugt. "Die Idee dazu", sagt der Forscher und Preisträger, "ist mir gekommen, als ich auf dem Trecker saß." Das Problem, wie es - nicht nur -der Meinser sieht: "Wenn man einen Anhänger an eine Zugmaschine ankoppeln will, kann man ersteren hinter letzterer nicht sehen." Deswegen gestaltet sich das Anhängen in der Praxis schwierig und der Fahrer braucht immer eine Person, die ihn einweist. Hier greift Henning Hartmanns Erfindung, an der er seit Sommer 2007 unermüdlich gearbeitet hat: Sein Anhängsystem misst mittels Ultraschall, wo sich der Anhänger gerade befindet - und zeigt dessen Position dem Fahrer im Führerhaus an. Das klingt auf dem Papier natürlich viel einfacher, als es tatsächlich ist. Denn der Meinser musste eine Vielzahl von Schaltungen selbst entwerfen. Die zugehörige Dokumentation hat ob der Komplexität dieser Zusammenhänge selbst Rüther stellenweise überfordert, wie der Physiklehrer freimütig eingesteht. Inzwischen hat sich der 18-Jährige sein Anhängsystem, bei dem er von Anfang an auf Praxistauglichkeit (einfache Montage und geringen Stromverbrauch) geachtet hat, patentieren lassen. Konsequenz daraus: Die Erfindung könnte quasi sofort in Produktion gehen. Denn der Versuch am Modell hat's gezeigt: Das Ganze funktioniert. Zunächst aber fährt der Schüler nach Clausthal-Zellerfeld, wo für ihn vom 3. bis 5. März der Landesentscheid von "Jugend forscht" ansteht. Bis dahin will er seine Erfindung weiter vervollkommnet haben und auch noch das zugehörige Display für sein Anhängsystem programmieren und bauen. Was ihre späteren Berufspläne betrifft, haben zumindest Anna-Lena Kruse und Henning Hartman bereits klare Vorstellungen: "Ich möchte nach dem Abitur entweder in die Robotik-Forschung gehen oder Astrophysik studieren", sagt die Buchholzerin - "und ich Elektrotechnik", ergänzt der Meinser. Was alle drei Adolfiner gemeinsam haben: "Sie haben an ihren jeweiligen Projekten parallel zum normalen Unterricht gearbeitet - und das nicht mal als Belastung empfunden", lobt Rüther. Übrigens: Unter dem Motto "Wir suchen die Forscher von morgen!" rief Henri Nannen, damaliger Chefredakteur der Zeitschrift stern, 1965 zur ersten Wettbewerbsrunde von "Jugend forscht" auf. Der Talentwettbewerb ist 2008 in die 43. Runde gegangen. Aktuell haben sich erstmalsüber 10 000 Jugendliche angemeldet. Im Februar präsentieren sie ihre Projekte in 70 Städten der Republik auf Regionalebene der jeweiligen Jury. Abschluss der 43. Runde von "Jugend forscht" ist der Bundeswettbewerb vom 22. bis 25. Mai 2008 in Bremerhaven.

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