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Grundstück auf bisheriger Ruhestätte lokalisiert / Stadt prüft Antrag

Jüdische Gemeinde plant Friedhof

Bad Nenndorf (oke). Seit vier Jahren sucht die jüdische Gemeinde in Bad Nenndorf nach einem Ort, an dem sie ihre Angehörigen ihren religiösen Vorgaben entsprechend bestatten können. Nun scheint ein solcher Ort an einer bisher ungenutzten Stelle auf dem Bad Nenndorfer Friedhof zur Verfügung zu stehen. Die Stadt will den Antrag prüfen. Für die neuen Flächen sieht Stadtdirektor Bernd Reese jedoch die Samtgemeinde in der Zuständigkeit.

veröffentlicht am 14.11.2007 um 00:00 Uhr

Fündig geworden: Marina Jalowaja, Rosemarie Börner und Ludmilla

Das Areal, dass Marina Jalowaja und Ludmilla Nekrasova vom Vorstand der jüdischen Gemeinde im Auge haben, befindet sich gegenüber der Abteilung P3, in unmittelbarer Nähe der anonymen Gräber auf dem Bad Nenndorfer Friedhof. "Die Stelle wäre ziemlich ideal", urteilt Rosemarie Börner von der Initiative "Bad Nenndorf ist Bunt", die sich für die das Anliegen der jüdischen Gemeinde stark macht. Einen passenden Platz für die Einrichtung zu finden hatte sich in den vergangenen vier Jahren als schwierig erwiesen, denn die Anforderungen an eine jüdische Begräbnisstätte sind nicht immer einfach zu erfüllen. So darf die Erde, in der der Leichnam bestattet werden soll im Vorfeld nicht benutzt worden sein. Prüfungen möglicher Alternativen in der Nähe von Horsten und im Erlengrund waren bisher negativ verlaufen, teils, weil das dortige Gelände ungeeignet war, teils, weil der Kaufpreis zu hoch ausgefallen wäre. Mit dem jetzigen Teil des Friedhofs hingegen könnten die rund 100 Gemeindemitglieder letztlich mehrere Ziele gleichzeitig erreichen. Die Infrastruktur, also Wege und Wasseranlagen sind bereits vorhanden und auch der Vorraum der Kapelle ließe sich für die Beerdigungszeremonie nutzten, so Jalowaja. Vor allem aber ist das Areal bisher nicht für Bestattungen genutzt worden. Dies bestätigte der Bad Nenndorfer Steinmetz Klaus-Dieter Salzbrunn, bei dem sich Börner über diese Problematik informiert hatte. "Früher war hier ein Loch, das dann mit dem Erdaushub der anderen Gräber aufgefüllt wurde", so Börner. Die Ausbaumaßnahmen an dem derzeit terrassenartig geformten Grundstück seien ihrer Meinung nach minimal und umfassten bei Genehmigung einen neuen Fußweg und später eventuell einen kleinen Unterstand für das Zeremoniell. Derzeit prüft die Bad Nenndorfer Verwaltung geeignete Plätze auf den Friedhöfen der Stadt. Allerdings habe die Stadt von dem neuestem Vorstoß der jüdischen Gemeinde bislang nichts gewusst, so Stadtdirektor Bernd Reese. Sein bisheriger Ansprechpartner sei Bodo Riethmüller vom Landesverband der jüdischen Gemeinde Niedersachsen gewesen und dieser sei über den derzeitigen Stand unterrichtet. Auch sei Reese zu einer Begehung der Fläche am Sonnabend nicht eingeladen worden. Überdies sei der Friedhof in Bad Nenndorf Besitz der Samtgemeinde, daher sei eine Entscheidung in dieser Sache keine Angelegenheit der Stadt, sondern der entsprechenden Gremien, sagte Reese.



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