weather-image

JU Stadthagen: Den "68-ern" Druck machen

Stadthagen (cst). So richtig vom Leder gezogen hat der neue Vorsitzende der Jungen Union Stadthagen (JU), Francesco Güssow, bei seiner Wahl. Der gesamte Rat der Stadt betreibe reine Klientelpolitik, die "Alte Polizei" geißelte Güssow als "linkes Kulturzentrum".

veröffentlicht am 12.02.2007 um 00:00 Uhr

Die Stadthäger Bürger würden vom Rat ständig enttäuscht, referierte der neue Chef des 110 Mitglieder zählenden JU-Stadtverbandes. Das Wohl der Bürger werde von den Ratspolitikern mit Füßen getreten. In seiner Antrittsrede vor den 20 an der Jahresversammlung teilnehmenden Mitgliedern der hiesigen CDU-Nachwuchsorganisation kündigte Güssow scharf an, er wolle "den 68-ern" in der Kommunalpolitik mehr Druck machen und eine marktwirtschaftlich-konservative Linie durchsetzen. Die "Alte Polizei" griff Güssow als linkes Kulturzentrum an. Er könne es nicht nachvollziehen, dass die Stadt ein nach seinen Worten links-orientiertes Veranstaltungszentrum mit 200 000 Euro im Jahr unterstütze. Der neue JU-Chef kündigte an, die Ausgaben der Kommune streng zu beobachten. Auch kritisierte er die neu installierte Beleuchtung der Wallanlagen und ein in Erschließung befindliches neues Wohngebiet, dass nach dem Feng-Shui-System gebaut worden sei. In Stadthagen werde zurzeit reine Klientelpolitik betrieben, geißelte der frischgebackene JU-Vorsitzende weiter. Als wichtigen Aspekt einer konstruktiven Politik nannte er die Wirtschaftsförderung. Er wolle eine unternehmensfreundliche Politik machen und dahingehend auf die CDU-Ratsfraktion einwirken, kündigte er an. Die Union forderte er auf, sich auf ihr Grundsatzprogramm von Leipzig zu berufen. Auch mit Kritik an der großen Koalition in Berlin sparte der neue JU-Chef nicht. Francesco Güssow konnte bei der Wahl am Freitagabend 13 der 18 abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen. Zwei Mitglieder votierten mit Nein, drei enthielten sich der Stimme. Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Lukas Nott. Dieser erhielt 17 der 18 Stimmen bei einer Enthaltung. Nott sagte, er wolle auf die Jugendlichen zugehen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Er wolle in Diskussionen ermitteln, was die Jugend in Stadthagen wolle.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare