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Grundschule Exten gestaltet Sportunterricht um / Kinder sind begeistert

Jonglierbälle aus der Zirkuskiste: So macht motorisches Training Spaß!

Exten (cok). Dass die Zeiten eines Sportunterrichts, der das Spielerische zu Gunsten strenger "körperlicher Ertüchtigung" zurückwies, endgültig vorbei sind, zeigt sich auch an neuen "Sportgeräten", wie sie jetzt die Grundschule Exten besitzt: Jonglierbälle, Diabolos, bunte Stäbe zum Herumwirbeln - der reinste Zirkuskram.

veröffentlicht am 30.11.2007 um 00:00 Uhr

Konzentrierte Zirkuskünstler: Marco (l.) und Alexander lassen de

"Ja - damit umzugehen, dass müssen die meisten Lehrer erst mal selber lernen", meint Sportlehrerin und Konrektorin Christine Strelow. "Gar nicht so einfach..." Der neue Lehrplan für Grundschulen lässt aber keine Wahl. Die Zirkuselemente sollen eingesetzt werden, um ein amüsantes motorisches Training zu unterstützen und Wahrnehmungsfähigkeit und Geschicklichkeit der Schüler auf spielerische Weise zu fördern. "Mir gefällt es", so die Lehrerin. Und den Schülern offensichtlich auch. Voller Freude stürzen sie sich auf die Kiste mit den Bällen, Stäben, den Diabolospielen, Ringen und langen Seilspring-Seilen. Auch Teller, die man auf dünnen Stäben balanciert, sind darunter. Letztere auf der Spitze des Stabes zum Kreisen zu bringen und dann vielleicht sogar auf einen anderen Stab übersetzenzu lassen - es ist sogar einfacher, als es zunächst aussieht. Alexander und Marco sind darin schon fast Profis, und außerdem erklären sie ihr Können gerne allen, bei denen der Teller immer wieder herunterfällt. Darin bestehtüberhaupt das Lernprinzip dieses Sportunterrichts, bei dem die Lehrer oft nicht viel mehr Bescheid wissen als die Kinder: Wer was kann, zeigt den anderen, wie es geht. Nikolas zum Beispiel lässt das Diabolo schon ziemlich gut an der Schnur zwischen zwei Holzstäben entlang wandern. "Gar kein Problem", meint er, "man muss nur eine kleine Schlaufe bilden, seht ihr - sooo." Auch Ramona erweist sich als gute Lehrerin. Für sie ist es ein Kinderspiel, den dicken, bunten Balancierstab zwischen den Fingern ihrer Hand herumwirbeln zu lassen. "Das mach' ich sonst immer mit meinem Bleistift", sagt sie. Überall in der Turnhalle sieht es aus wie in einer Zirkusschule. Dort hinten springen ganze Mädchengruppen gleichzeitig über ein langes Seil. Falls es mal einer der Seilschwingerinnen aus der Hand flutscht, kann nichts passieren - die Enden haben weiche Gummigriffe. Sehr beliebt sind auch die kleinen dicken und die großen flachen Ringe. Mit denen kann man das Jonglieren erst mal leichter üben als mit den richtigen Jonglierbällen. "Das Ball-Jonglieren ist noch ein kleines Problem", meint auch die Referendarin Irene Renner. "Das kann hier noch keiner, jedenfalls nicht mit drei Bällen." Dafür aber gehört zu der Kiste ein Anleitungsheft. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis zumindest die Lehrerinnen rausbekommen haben, wie man die Bälle so in die Luft wirft, dass sie sich beim Auffangen nicht in die Quere kommen. Übung macht den Meister, auch wenn Muskelkater im Povorprogrammiert ist, vom vielen Bücken beim Bälleaufheben. Die schöne Zirkuskiste konnte überhaupt nur deshalb angeschafft werden, weil heimische Unternehmen, Betriebe und Privatpersonen dafür großzügig spendeten. Um ihnen zu danken, malten die Schüler bunte Zirkusspiel-Bilder, die in der Pausenhalle ausgestellt sind. Und wer jetzt mal während der Unterrichtspausen auf den Schulhof geht, sieht so viele begeisterte Seilspringer wie seit Jahren nicht mehr.



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