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Stiftung sorgt für das Wohl der Bürger

Johanne Lücke – in Tündern allgegenwärtig

Tündern (sto). Ihr Tod vor sechs Jahren hat deutliche Spuren im Weserdorf hinterlassen. Spuren, die mit jedem Tag sichtbarer werden. Spuren, denen alte und junge Tünderaner fast täglich begegnen. Ob im Jugendzentrum, in der kirchlichen Gemeindearbeit, in der Chorarbeit, auf Jugendfreizeiten, beim Lesen des Gemeindebriefes, beim Betrachten des Pfarrhauses oder sogar beim Schmökern in einem Tünderschen Kochbuch – Johanne Lücke ist allgegenwärtig. In einer nach ihr benannten Stiftung sorgt sie nachhaltig für das Wohl der Bürger.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 14:25 Uhr

Johanne Lücke † Foto: Archiv

„Dank Johanne Lücke tut sich etwas in unserer Gemeinde“ betont Klaus A. Schwäkendiek, der Vorsitzende des ehrenamtlich tätigen Kuratoriums, in dem auch Friedrich-Wilhelm Schünemann, Pastorin Mareile Glaubitz, Doris Ahlswede-Meyer, Elke Burkart, Claudio Griese und Wilhelm Kolster mitwirken. Die Stiftung wurde 2003 als nicht rechtsfähige Stiftung in der Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Tündern gegründet. „Viele tun sich zusammen, damit etwas Großes entstehen kann, an dem alle Freude haben“, war und ist Grundgedanke der Stiftung“, erklärt Elke Burkart.

Äußerst diszipliniert und äußerst sparsam

Die Erblasserin, sie verstarb im Alter von 96 Jahren, hatte der Kirchengemeinde 4,6 Hektar Ackerflächen vererbt und verfügt, dass die Erträge, die sich aus der Verpachtung erzielen lassen, ausschließlich der Kirchengemeinde zugutekommen sollen. „Wir hatten damals bereits seit längerem über die Gründung einer Stiftung nachgedacht. Dieses unerwartete Geschenk war der Grundstock“, so der Vorsitzende.

Im Rahmen einer von der Landeskirche im Gründungsjahr erteilten Bonifizierung sei eine weitere Summe von etwa 35 000 Euro dazugekommen. Das Kapitalvermögen, das nicht angetastet werden dürfe, betrage derzeit etwa 95 000 Euro – einschließlich der Zustiftungen und Vermächtnisse einiger Gemeindemitglieder. „Die Einnahmen der Stiftung setzen sich zusammen aus der Pacht für das Ackerland und den Zinserträgen des Kapitalvermögens“, erläutert Schwäkendiek.

Mit den Erträgen wird der Stiftungszweck – die Förderung kirchen-gemeindlicher Arbeit in Tündern – erfüllt. Das betrifft unter anderem Seelsorge, Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, Gottesdienstgestaltung und Zuwendung zur Finanzierung von Personalkosten und Baumaßnahmen, beispielsweise für Dacharbeiten am Pfarrhaus. „Auch an der Innenrenovierung unserer Kirche wird sich die Stiftung voraussichtlich beteiligen“, so Schwäkendiek.

Johanne Lücke vom „Lückehof“ in der Korn und Verwalterin der örtlichen Bankfiliale, war unverheiratet und kinderlos. Die Tochter des einstigen Bürgermeisters Carl Lücke galt als streng, äußerst diszipliniert, fleißig, sehr verbunden mit der Kirche und äußerst sparsam. „Wer von seinem Sparbuch Geld abheben wollte, wurde von ihr gern davon abgehalten“, erinnert sich Doris Ahlswede-Meyer.

Ihre Kirchenverbundenheit spiegelt sich in dem Titel einiger Rezepte wider, die Johanne Lücke 1928 in einem von ihr verfassten Kochbuch aufgeschrieben hat. Beispielsweise in der Mixtur „Feiner Bischof“. In einen Liter Rotwein werden die fein abgeschälte Schale einer grünen Pomeranze und 100 Gramm Zucker gegeben. Nach zehn Minuten wird die Schale entfernt, und das Getränk kann genossen werden. Dieses und andere Rezepte aus Tündern hat die Stiftung in einem Kochbuch zusammengetragen. Der Erlös aus dem Verkauf kommt ebenfalls der Gemeindearbeit zugute.

Am Freitag, 23. Oktober, möchte sich die Stiftung bei allen Stiftern nun bedanken. Die Veranstaltung „Abend der Stiftung“ beginnt um 17.30 Uhr in der Kirche Tünderns. Auf dem Programm stehen unter anderem Orgelmusik, das Kammermusikensemble Prof. Dr. Meyer-Burgdorff, Gesang, eine Einladung zu „Brot, Wasser und Wein“ und die Enthüllung einer von Gerhard Gold gefertigten „Stiftertafel“ mit den Namen der Stifter.

Auch das Jugendzentrum in Tündern wird von der Johanne-Lücke-Stiftung unterstützt. Stiftungszweck ist es, mit den Erträgen aus dem Stiftungsvermögen die kirchen-gemeindliche Arbeit in Tündern zu fördern. Foto: sto

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