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Ökumenische Veranstaltungsreihe wird mit Konzert in der katholischen Kirche fortgesetzt

"Jiddische Lieder fun masl un schlamas"

Obernkirchen (sig). Nach dem bewegenden und sehr gut besuchten Benefizkonzert für den Erhalt des Jüdischen Friedhofs in Obernkirchen Anfang Juli in der Stiftskirche wollen die evangelische und katholische Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem "Kulturfenster" dieses Thema mit einer Veranstaltungsreihe vertiefen. Dabei soll es um jüdisches Leben unter Einbeziehung der kulturellen Eigenheiten und Leistungen gehen. Die Fortsetzung ist für Sonntag, 12. November, geplant.

veröffentlicht am 27.10.2006 um 00:00 Uhr

Unser Bild zeigt Katharina Krämer (v.l.), Wilhelm Grote, Uwe Pac

An diesem Tag soll um 19.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Josef ein Konzert der Gruppe "KaWiA" beginnen. Unter dem Motto "Jiddische Lieder fun masl un schlamas" bekommen die Besucher Lieder zu hören, die von glücklichen und traurigen Augenblicken im Leben handeln. In den sehr gefühlstiefen Melodien vereinen sich Angst, Sehnsucht und Hoffnung, aber auch Spott über sich selbst und über andere Personen. Da liegen Lachen und Weinen dicht beieinander. Das Quartett "KaWiA" kommt aus Minden und besteht aus Katharina Krämer (Gesang), Anton Sjarov (Violine), Wilhelm Grote (Gitarre) und Uwe Pacewitsch (Perkussion). Die gemeinsame Liebe zur jiddischen Musik hat sie vor fünf Jahren zusammengeführt, obwohl sie ursprünglich aus den verschiedensten musikalische Stilrichtungen kommen. Die Kritiker bescheinigen der Gruppe, dass sie ihr Publikum sowohl mit fetzigen als auch mit sehr anspruchsvollen Liedern von großer emotionaler Bandbreite und mit anspruchsvollen Arrangements begeistert. Umrahmt und bereichert wird das Programm von Instrumentalstücken, die Anton Sjarov komponiert hat. Der Inhalt der jiddisch ge-sungenen Lieder wird während des Konzertes erklärt. Noch vor hundert Jahren gab es elf Millionen Menschen, die diese Sprache im Alltag benutzten. Sie enthält slawische und deutsche Elemente und hat sich durch Auswanderer bis nach Nordamerika verbreitet. Geschrieben wird sie in hebräischen Buchstaben. Jiddisch ist eine ungewöhnlich warme und persönliche Sprache, die der Musik zusätzlich eine besondere Ausdruckskraft verleiht. Beim Konzert in der St. Josef-Kirche, für das kein Eintritt erhoben wird, dürfen sich die Besucher auch auf Klezmer-Klänge freuen. Dahinter verbirgt sich eine traditionelle Instrumentalmusik, die von den Jiddisch sprechenden Juden Osteuropas vor allem zu besonderen Festen gespielt wird.

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