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Jetzt werden die Bahnübergänge gesperrt

Kreis Holzminden (nig). Der Landkreis Holzminden steckt offenbar im Würgegriff des Konjunkturpaketes. Den Eindruck kann an gewinnen, wer sich die verschiedenen Baustellen und Umleitungen ansieht, die sich in der Region sammeln und gegenseitig behindern.

veröffentlicht am 06.10.2009 um 19:11 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:21 Uhr

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Kreis Holzminden (nig). Der Landkreis Holzminden steckt offenbar im Würgegriff des Konjunkturpaketes. Den Eindruck kann an gewinnen, wer sich die verschiedenen Baustellen und Umleitungen ansieht, die sich in der Region sammeln und gegenseitig behindern.
 Denn zu den vielen Straßenbaustellen ist eine weitere große Maßnahme hinzugekommen und macht das Umleitungs-Chaos perfekt: Die Bahngleise der Linie Holzminden und Kreiensen werden erneuert – und damit werden auch die Bahnübergänge gesperrt.
 Tageweise ist davon auch der Bahnübergang an der Landesstraße 583 zwischen Stadtoldendorf und Lenne betroffen. Gestern Nachmittag das erste Mal von 16 Uhr bis Mitternacht. Dies ist zurzeit die Haupt-Umleitungsstrecke für die Großbaustelle an der Bundesstraße 64 in Eschershausen. Wer von Holzminden in Richtung Einbeck und zur Autobahn 7 will, muss dort zwangsläufig durch. Die weitere Bundesstraße 64 zwischen Lenne-Vorwohle und Eimen ist in diese Fahrtrichtung ebenfalls gesperrt, so dass die Umleitung über Lüthorst bis zur Bundesstraße 3 bei Einbeck führt. Ist nun auch noch der Bahnübergang dicht, fängt die offizielle Umleitung schon vor Stadtoldendorf an: Von dort muss der gesammelte Verkehrsstrom – vor allem der Schwerverkehr – erst über Deensen (Kreisstraße 47) und Heinade (Landesstraße 580) bis nach Dassel fahren, um von dort über Erichsburg nach Lüthorst zu kommen und dann die weitere bestehende Umleitung zu nutzen. Von Dassel aus der Landesstraße 580 bis nach Einbeck zu folgen ist übrigens auch nicht möglich: Die ist zwischen Markoldendorf und der Auffahrt zur Bundesstraße 3 ebenfalls gesperrt.
 Da ist es für die Bewohner vor Ort nur ein schwacher Trost, dass es zwischen einzelnen Dörfern ein paar kurvenreiche Abkürzungen gibt. Ebenso kompliziert ist es, aus der Gegenrichtung die Kreisstadt zu erreichen.
 Zwar ist in dieser Fahrtrichtung von Einbeck kommend die Bundesstraße 64 bis zum Abzweig Lenne befahrbar, aber auch dort sorgt die zeitweilige Sperrung des Bahnübergangs zwischen Lenne und Stadtoldendorf für erhebliche Probleme.
 Der überörtliche Verkehr – insbesondere Lastwagen – wird über Wangelnstedt, Lüthorst, Dassel und Heinade bis nach Deensen und dann zurück nach Stadtoldendorf geleitet. Denn auch die Bahnübergänge zwischen Deensen und Arholzen (Landesstraße 580) und zwischen Schorborn und Arholzen (Kreisstraße 56) sind gesperrt.
 Ebenfalls von den Sperrungen betroffen: der Bahnübergang auf dem Wirtschaftsweg Lenne-Vorwohle sowie in der Meintestraße in Lenne. Dafür gibt es eine offizielle innerörtliche Umleitungsempfehlung. Sie soll über die Breite Straße und Ringstraße bis zur Grünen Allee führen.
 Allerdings lauert dort schon die nächste Baustellen-Falle: Dieser Bereich wird gerade mit Dorferneuerungsmitteln saniert und ist mit Kraftfahrzeugen nicht zu befahren.
 Geöffnet bleibt nur der Bahnübergang am Ortseingang von Stadtoldendorf in Höhe des Bahnhofes. Dort ist eine Sanierung erst für 2010 vorgesehen.
 Die Frage ist, ob sich die Bahn mit der Sperrung der Bahnübergänge nicht selbst ein Bein stellt. Denn auch der „Schienenersatzverkehr“ zwischen Holzminden, Stadtoldendorf und Kreiensen muss die Strecke und deren Umleitungen benutzen.
 Anhand der veröffentlichten Fahrpläne des Ersatzbusses ist zu sehen, dass die zusätzliche Fahrzeit dafür offensichtlich nicht berücksichtigt wurde.
 Wer also darauf angewiesen ist, seinen Anschlusszug in Kreiensen pünktlich zu erreichen, sollte besser einen Bus früher nehmen.

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