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Claudio Griese (CDU) und Ralf Wilde (SPD) kämpfen am 15. Juni um das Oberbürgermeister-Amt

Jetzt muss die Stichwahl entscheiden

Hameln bekommt nach knapp acht Jahren Oberbürgermeisterin einen neuen Oberbürgermeister. Das steht seit gestern Abend fest. Nur wer der parteilosen Susanne Lippmann in der Chefetage des Rathauses folgen wird, bleibt offen und muss am 15. Juni per Stichwahl entschieden werden. Keiner der drei Bewerber konnte im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent und einer Stimme hinter sich einen. Claudio Griese (CDU) brachte es auf 48,1 Prozent, Ralf Wilde (SPD) erhielt 43,1 Prozent und für Anke Blume (FDP) stimmten 8,8 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung beim Urnengang um das Oberbürgermeisteramt lag bei bescheidenen 44 Prozent – sogar bei der Europawahl lag die Hamelner Beteiligung mit 45,4 Prozent höher. Das waren 11,5 Prozentpunkte mehr als bei der Europawahl 2009.

veröffentlicht am 26.05.2014 um 06:00 Uhr

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Während sich die Kandidatin der Liberalen „ganz doll“ über ihr Ergebnis freute, geht es für Griese und Wilde in die Verlängerung. „Ich hätte mir gewünscht, dass Claudio Griese die fehlenden zwei Pünktchen gleich eingefahren hätte. Denn daraus jetzt abzuleiten, die Wahl sei gewonnen, wäre fatal. Es geht praktisch bei null wieder los“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Otto Deppmeyer unmittelbar nach Bekanntwerden des Endergebnisses.

Ralf Wilde zeigte sich ob seines Resultates zwar nicht enttäuscht, räumte aber ein, doch „etwas mehr“ erwartet zu haben. Und geschlagen gibt er sich noch nicht. „Wir werden jetzt in aller Ruhe die Wahl analysieren und überlegen, woran es gelegen hat. In den einzelnen Wahllokalen hat es so unterschiedliche Ergebnisse gegeben, dass man sich nur wundern kann“, sagte der Sozialdemokrat und nannte als Beispiel den Ortsteil Afferde, der eigentlich als SPD-Hochburg gelte, in dem seine Partei aber deutlich an die CDU verloren habe. Auch sprach Wilde von „Turbulenzen, die den Wahlkampf beeinträchtigt haben“. Damit meinte er seine als Fachbereichsleiter Umwelt und technische Dienste getroffene Entscheidung zum Asphaltieren des Münsterkirchhofes.

Griese hingegen sieht das Votum von 48,1 Prozent als „persönliches Ergebnis“. Zwar habe er nicht mit dieser Höhe gerechnet, doch im Wahlkampf bereits „viel Zulauf“ erfahren, „weil die Menschen mich aus der Ratsarbeit kennen und ich Hamelner bin“, wie der CDU-Politiker erklärte. Er gehe deshalb optimistisch in die Stichwahl. Zwar will Griese in den nächsten Tagen mit Parteifreunden auch neue Strategien für den Wahlkampf der kommenden drei Wochen festlegen, dabei jedoch auf Bewährtes setzen. „Und das sind viele Hausbesuche“, wie er ankündigte.

Sowohl Griese als auch Wilde wollen in der verbleibenden Zeit bis zum 15. Juni versuchen, möglichst viele Wähler zu einem weiteren Urnengang zu mobilisieren. Auf Unterstützung aus den Reihen der Liberalen müssen die beiden verbleibenden OB-Kandidaten verzichten. „Wir werden keine Empfehlung aussprechen, denn es ist bei uns alte und gute Tradition, dass wir unseren Mitgliedern zutrauen, sich selbst eine Meinung zu bilden“, begründete Hamelns FDP-Chef Klaus-Peter Wennemann.

Anders hingegen bei den Grünen. Während die Partei in den nächsten Tagen eine Mitgliederversammlung einberufen will, um mit der Basis eine Empfehlung zu diskutieren, hat sich die Grünen-Fraktionschefin Ursula Wehrmann gestern Abend bereits festgelegt. „Dass ich mich für eine Empfehlung Claudio Grieses ausspreche, liegt nahe, denn wir könnten mit ihm als Oberbürgermeister unsere Gruppenziele noch viel entschiedener angehen. Das ist eine gute Ausgangslage, um noch einmal Gas zu geben“, sagte Wehrmann und betonte, dass eine Wahl Grieses zum Verwaltungschef die schwarz-grüne Mehrheitsgruppe im Hamelner Rat auch personell stärken würde, weil mit einem Wechsel auf den Oberbürgermeister-Stuhl auch das Nachrücken eines weiteren Ratsmitgliedes verbunden sei.

Für Anke Blume hingegen heißt es erst einmal Abschied nehmen von der politischen Bühne. „Ich hatte schon länger vor, mich kommunalpolitisch zu engagieren. Mein gutes Ergebnis hat mich jetzt bestärkt“, schließt die stellvertretende FDP-Stadtverbandsvorsitzende jedoch eine Rückkehr und damit eine Kandidatur bei der nächsten Kommunalwahl nicht aus. Dass sich die Liberalen bei der Europawahl in Hameln mit 2,4 Prozent begnügen mussten, die FDP-Kandidatin aber 8,8 Prozent holte, macht Anke Blume an ihrer Person fest. „Ich war für Hameln die richtige Kandidatin für meine Partei“, sagte die Rechtsanwältin. Bei der Oberbürgermeisterwahl handele es sich um eine Persönlichkeitswahl, ist Blume überzeugt und ergänzt: „Daran wird sich auch der neue Oberbürgermeister messen lassen müssen. Er muss unabhängig von seiner Partei agieren.“



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