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Ampel an der B 65: Ortsrat will mehr Sicherheit / Landkreis: 100 Fußgänger in einer Stunde

Jetzt müssen die Schüler gezählt werden

Vehlen (rnk). Leichtes Kopfschütteln im Ortsrat: Der Landkreis Schaumburg will genaue Zahlen vorgelegt bekommen, um entscheiden zu können, ob am Gallgattweg eine Bedarfsampel eingerichtet werden kann.

veröffentlicht am 06.09.2008 um 00:00 Uhr

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Die Gefährlichkeit der Bushaltestelle an der Bundesstraße 65 steht schon seit längerer Zeit weit oben auf der Prioritätenliste des Ortsrates. Von den Möglichkeiten, für Schüler und Fußgänger eine Überquerungshilfe zu schaffen, ließ das Straßenverkehrsamt allerdings nur eine einzige als realistisch durchgehen: eine Bedarfsfußgängerampel. Zwar ist für jeden, der sich ein paar Minuten an der Bushaltestelle aufhält, offensichtlich, dass nahezu kein Auto- oder Lkw-Fahrer sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern hält, aber dennoch: Jetzt muss die Forderung des Ortsrates durch Zahlen untermauert werden. Dreimal zwei Stunden soll gezählt werden, teilte der Landkreis mit: Schulkinder, Radfahrer, Fußgänger. Sicherheit, so erinnerte Martin Schulze-Elvert, habe sich dieser Ortsrat auf die Fahnen geschrieben, daher solle die Zählung erfolgen, "auch wenn sie immer nur für den einen Moment gilt". Horst Sassenberg (CDU) konnte nicht nachvollziehen, dass wegen dieser Forderung ein solcher Zählaufwand betrieben wurde: "Die Schülerzahlen sind doch bekannt", meinte er und schlug vor, einfach die Schulen anzutelefonieren. Dort würde man ja wissen, wie viele Kinder aus dem Bereich Vehlen unterrichtet würden. Sassenberg brachte eine andere Busroute in die Diskussion ein: Schachtstraße, Vehlener Straße, Bundesstraße 65 - "das scheint mir viel günstiger zu sein, als immer zu überlegen, was an der Bundesstraße 65 verbessert werden kann." Keine schlechte Idee, befand Schulze-Elvert: "Auch in Nienstädt macht der Bus einen kleinen Schlenker." Heiko Mevert (SPD) sah das alles pragmatisch: "Selbst wenn da nur ein Kind die Straße überquert und wird überfahren, dann ist es tot." Er schlug vor, schnellstmöglich die Statistik auszufüllen, damit der Prozess weiterlaufe. Auch Christoph Schuster (CDU) hatte seine Bedenken, dass die Frage der Ampel mit der Zahl der Fußgänger gekoppelt werde: "Ein totes Kind ist doch einszu viel." Ortsbürgermeister Werner Hader (SPD) will sich jetzt um die Zählung kümmern. Um die Aufstellung einer Ampel fordern zu können, müssen hohe Hürden genommen werden. 450 bis 6000 Pkw müssen dabei in einer Spitzenstunde gezählt werden, erklärt Landkreis-Pressesprecher Klaus Heimann. Um diese Zahl zu erreichen, werde der Verkehr wohl ausreichen, schätzt er. Deutlich schwerer wird es bei den Fußgängern: 100 müssten in einer Spitzenstunde die Fahrbahn kreuzen. Das wird wohl am Gallgattweg nicht reichen: Es sind eigentlich nur die Schüler, die morgens und mittags die Straße queren müssen. Und auf eine weitere, noch zu prüfende Hürde weist Heimann hin: Zwischen den einzelnen Ampeln müssten immer 200 Meter Abstand gehalten werden.

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