weather-image
Besuch bei Radiomoderator Rainer Ballin im NDR 1-Studio / Mit Iris Berben, Mike Krüger und Rudi Carrell gearbeitet

"Jetzt, liebe Hörer, rausche ich zurück ins schöne Auetal!"

Hattendorf/Hannover. "Ihre Stimme kommt mir so bekannt vor. Ach ja, ich habe sie schon im Radio gehört. Sie sind doch der Ballibär". Diesen oder ähnliche Sätze hört Rainer Ballin aus Hattendorf häufig, denn bereits seit über 20 Jahren klingt seine sonore Stimme über den Äther.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

In "seinem" Studio im Funkhaus des NDR fühlt sich Radiomoderator
Kerstin Lange

Autor

Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite

Seit 1999 ist der "Ballibär", so sein Spitzname in Hörfunkkreisen, bei NDR 1 Niedersachsen als Moderator im Tages- und Nachtprogramm tätig. Grund genug, ihm bei seiner Arbeit einmal über die Schulter zu schauen und so mache ich mich gemeinsam mit ihm auf den Weg zum NDR-Funkhaus in Hannover. Freundlich grüßend fährt er am Pförtner vorbei auf den Parkplatz - man kennt sich seit Jahren. Auf dem Weg ins Studio, wo in einer Stunde die Nachtsendung beginnt, werden die verbleibenden Kollegen begrüßt und einige Worte gewechselt. Im Studio, es ist 21 Uhr, ist Rainer Ballin dann allein. "Das ist mein Reich für diese Nacht", sagt Ballin und öffnet die Tür von Studio B. Routiniert werden die Computer, zahlreichen Monitore und das Mischpult eingeschaltet. Der Programmablauf für die NDR 1-Nacht erscheint auf einem Monitor. Die einzelnen Titel, die in dieser Nacht gespielt werden, wurden bereits von der Musikredaktion ausgewählt. "Ich bekomme das Programm einige Stunden vor der Sendung per Fax ins Auetal geschickt und kann mich so auf die Moderation vorbereiten", erzählt Ballin. Per Computerprogramm werden zwischen einige Titelblöcke NDR-Jingles platziert und andere Plätze bleiben für die freie Moderation. Routinearbeiten, die Ballin ruhig und sachlich abspult. Eigentlich sieht alles ganz einfach aus, doch kurz bevor die Sendung dann beginnt, stellt man auch bei dem "alten Radiohasen" eine leichte Nervosität fest. Die erste Moderation wird probeweise abgelesen. Passt sie von der Zeit? Bloß jetzt keine Versprecher. "Achtung, wir sind gleich ,on air' ", sagt Ballin und schon geht es los. Die freundliche Begrüßung der Hörer und das Versprechen, gemeinsam eine unterhaltsame, musikalische Nacht zu verbringen. Die ersten Musiktitel laufen, als es auf einem Monitor rot zu blinken beginnt - eine wichtige Verkehrsmeldung ist aufgelaufen. Zwischen zwei Titeln unterbricht der Radioprofi und warnt die Hörer vor Gegenständen auf einer Fahrbahn. Dann wieder Musik. Aus etwa 1500 Titeln in deutscher und englischer Sprache wählt die Musikredaktion das NDR1Niedersachsen-Programm aus. Eine bunte Mischung, die vor allem die Generation 50 Plus anspricht. Dann doch ein Versprecher von Rainer Ballin. Bei der Moderation war er auf seinem Vorbereitungszettel in die falsche Zeile geraten. Fröhlich und geschickt wird der Fehler ausgebügelt - wahrscheinlich hat es überhaupt kein Hörer bemerkt. Aber man stellt eben fest, dass es doch nicht so einfach ist, Radio zu machen. Nach gut einer Stunde verlasse ich das Studio. Der "Ballibär" hat noch weitere vier Stunden Nachtsendung vor sich. Vier Stunden in denen er Nachtschwärmer und -arbeiter begleitet. Immer gut gelaunt und mit einem fröhlichen Spruch auf den Lippen. Um kurz vor 3 Uhr verkündet er den Hörern dann: "So, jetzt rausche ich zurück ins schöne Auetal!" Erste Radioluft schnupperte Ballin im Sommer 1984 bei Radio 89 in München-Unterföhring. Danach wechselte er zum Bayerischen Fernsehen. In der Redaktion Show, Spiel und Unterhaltung arbeitete er unter Leitung von Jochen Filser als freier Redakteur bei den Produktionen von "Sketchup" mit Diether Krebs und Iris Berben, "Dingsda" mit Fritz Egner, "Vier gegen Willi" mit Mike Krüger und "Herzblatt" mit Rudi Carrell mit. 1990 ging Ballin als Moderator der ersten Stunde zum neu gegründeten Sender Antenne Niedersachsen und produzierte dort als Gesellschaftsredakteur zahlreiche Sendungen wie den "Antenne Kaffeeklatsch". In der Zeit von 1984 bis heute hat Rainer Ballin über 2000 Interviews mit Prominenten geführt. Diese Beziehungen nutz er für seine Agentur "Media-Farm", dieer im Jahr 2000 im Auetal gründete. Ballin organisiert Events, vermittelt Künstler und Musiker und ist in den Bereichen Pressearbeit, Marketing und PR tätig. Aber der 48-Jährige ist auch selber Musiker. In seinem Haus in Hattendorf, dass er gemeinsam mit seiner Hovawart-Hündin Lady bewohnt, stehen ein Klavier und mehrere Gitarren. Zwei CDs hat der Musikliebhaber bereits aufgenommen und ein drittes Projekt ist gerade in Planung. Außerdem hat Ballin 2001 das Buch "Stars am laufenden Band - berühmt zu werden ist nicht schwer" veröffentlicht. Gemeinsam mit Co-Autor Rudi Carrell beschreibt er darin, wie man es schaffen kann, berühmt zu werden. Ein Ziel, dass sich Rainer Ballin nicht gesetzt hat! "Bekannt ist gut, aber berühmt muss nicht sein."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare