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Gütetermin scheitert - ein Jahr Zeit für Auszug / Trotzdem Zauberbergfest

Jetzt ist es offiziell: Aus für den "Garten der geliebten Steine"

Rinteln/Paschenburg (ur). Aus. Es ist aus! Keine Hoffnung mehr darauf, dass sich beim Gütetermin vor dem Rintelner Amtsgericht noch eine positive Wende ergeben könnte in der beinhart geführten Auseinandersetzung zwischen Grundstückseigentümer Harting von der Paschenburg und seinem Pächter, dem Bildhauer und Steinmetz Peter Lechelt.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 15:51 Uhr

Peter Lechelt muss demnächst einen Umzug stemmen. Foto: tol

Dabei machte Richter Naumann im Grunde deutlich, dass er die vorgebrachten Kündigungsgründe im Wesentlichen für wenig substanziell hielt. Verzögerungen bei der Mietzahlung seien längst behoben. Das "wilde Parken" von Besuchern ist ein alter Hut und obendrein kaum dem Beklagten anzulasten. Auch die sonstigen Vorwürfe hielt das Gericht weder für erheblich noch für bewiesen. Der Richter sah allerdings angesichts der verhärteten Positionen keine Möglichkeit, auf dieser Basis ein gedeihliches Vertragsverhältnis zu entwickeln, räumte aber Lechelt eine Frist von einem Jahr ein, um den "Garten der geliebten Steine" an dieser Stelle aufzulösen. Damit steht ein spannungsvoller Kulturplatz im zehnten Jahr seiner Existenz am Ende - und es ist ungewiss, ob sich so ein soziokulturelles Zentrum mit derartigem Flair an anderer Stelle im Landkreis entwickeln lässt. Lechelt allerdings hält sich trotz aller Bestürzung an das alte plattdeutsche Sprichwort "Kiek nich in't Muusloch, kiek in de Sünn" und will es in den nächsten Wochen "noch einmal richtig krachen lassen." Soll heißen: Vom 12. bis 14. August findet wieder das "Zauberbergfest" statt, unter Teilnahme von Elfen, Feen, Gnomen und anderen Wesenheiten. Es ergeht ferner eine Einladung an die reisenden Handwerker zum großen Treffen im Garten der geliebten Steine und auch der Kunstbetrieb geht vorläufig weiter. "Wir wollen daraus die Energie schöpfen für den großen Auszug zu neuen Ufern - und zugleich Leute dafür mobilisieren , erwartet sich Lechelt von diesen Aktivitäten. "Nach 30 Jahren Schaumburg fällt es mir nicht leicht, über einen Wegzug nachzudenken, aber vielleicht findet sich ja auch hier noch ein Platz für den Garten, mit Hilfe aufgeschlossener Menschen und gütiger Mächte", gibt der Gartenschöpfer seiner Hoffnung Ausdruck. Für Rinteln und ganz Schaumburg ginge damit ein auch touristisch interessantes Projekt verloren, während die Spuren von Lechelt durch Skulpturen, Gedenksteine und Einrichtungen wie die Kunstschule Noah bleiben werden. Aber vielleicht gibt es sie ja doch, die gute Fee, bei der man Wünsche anmeldenkann: Die Freunde des "Gartens der geliebten Steine" wüssten da wohl so einiges...

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