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Starkregen verwüstet etliche Keller, Wohnungen und Garagen / Flutwelle wird nach Exten gespült

Jetzt beginnenüberall die Aufräumarbeiten

Rinteln (clb). Der Morgen danach: Die Wassermassen des Starkregens am Dienstagabend sind zwar ausgeschöpft und abgepumpt worden, trotzdem zeigt sich erst jetzt das eigentliche Ausmaß der Schäden. Zahlreiche Anlieger, besonders der Kendalstraße in der Nordstadt, wo sogar kurze Zeit der Strom ausfiel, sowie der Mittelstraße im Ortsteil Exten mussten ihre vollgelaufenen Keller wie Garagen leer räumen, um auch die letzten Wasserreste zu entsorgen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:39 Uhr

Die Familie Tornow steht im Wasser: Bei der Extener Gaststätte "

So versuchten auch Heinz und Gaby Brinkmann im Haus ihres Sohnes in der Kendalstraße wieder Ordnung herzustellen. "In der Garage hat das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch gestanden", schildert Heinz Brinkmann die Erlebnisse. Waschmaschine, Gefriertruhe und Kühlschrank seien jetzt kaputt. Der Entwässerungsgraben direkt hinter der Neubausiedlung war durch den Starkregen voll gelaufen und hatte Gullys und Abwasserschächte vollgestaut, so dass Großteile der Kendalstraße geflutet wurden. Kurzzeitig musste sie sogar komplett gesperrt werden, war jedoch abends wieder befahrbar. "Was jedoch ganz toll geklappt hat, war die Nachbarschaftshilfe", ergänzt Gaby Brinkmann. Alle hätten zusammen angepackt und geholfen, wo es notwendig war. Noch größeren Schaden richteten die Wassermassen in Exten an: Im Bereich der Mittelstraße/Vor den Höfen sowie im Gallenort überschwemmten sie rund zehn bis fünfzehn Keller, Garagen, Wohnungen sowie zwei Bauernhöfe und eine Arztpraxis. Hauptgrund: Unter der Uchtdorfer Brücke am Sportplatz hatten Rundballen den Durchlass verstopft, das Wasser staute sich. Nachdem die Ballen von den Feuerwehrleuten entfernt worden waren, brach eine Flutwelle bis nach Exten los. Vom Bereich "Im Poll" floss das Wasser dann auf die Mittelstraße sowie auf den Hof "Harrank". Auch dort wurden Scheune und Kellerräume überschwemmt. Da das Wasser der Exter - und später auch das Grundwasser - unaufhörlich nachgelaufen sei, hätten die vielen Sandsäcke, die von den Ortsfeuerwehren Möllenbeck und Goldbeck am Bauhof aufgefüllt worden seien, nicht mehr viel genützt, so Stadtbrandmeister Helmut Meier. Die Mittelstraße musste im Bereich der Gaststätte "Zur Post" bis etwa 00.30 Uhr gesperrt werden, da dort das Wasser in Höhe von 1,50 Meter gestanden habe. In der Gaststätte selbst waren die Kellerräume unterspült. Allein in Exten waren die Feuerwehrkräfte bis 2 Uhr morgens im Einsatz, noch länger die betroffenen Anlieger. Für die restlichen überschwemmten Gebiete - Steinbergen, Hohenrode, Strücken, die Extener Ossenbeeke, die Schraderstraße in der Nordstadt sowie die Extertalstraße an der Kreuzung zwischen Bremke und Fütig - konnte bereits am gleichen Abend Entwarnung gegeben werden, da die Feuerwehrmänner die Wassermassen weitestgehend in den Griff bekamen. Helmut Meier: "Wir haben jetzt die Grundreinigung erledigt, für die restlichen Schäden sind die Hausbesitzer selbst verantwortlich!" Rintelns Polizeichef Gerhard Bogorinsky bewertete die Situation gestern insgesamt als nicht ganz so dramatisch und sprach von einem "punktuellen Ereignis". Das Wasser sei durch Rinteln durchgerauscht, ohne dass große Folgeschäden geblieben seien.

Aufräumen in der Kendalstraße: Heinz Brinkmann sorgt für Ordnung
  • Aufräumen in der Kendalstraße: Heinz Brinkmann sorgt für Ordnung in der Garage seines Sohnes - dort stand das Wasser 30 Zentimeter.
Die Extertalstraße bei Gut Rickbruch am Dienstagabend: An mehrer
  • Die Extertalstraße bei Gut Rickbruch am Dienstagabend: An mehreren Stellen wurden Wassermassen, Schlamm und Steine auf die Fahrbahn gespült. Fotos: tol/clb/pr.
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