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Steinhauerei, Werkstätten zum Präparieren und Experimentieren, offener Eingangsbereich und neue Grillhütte

Jetzt auf dem Weg zum modernen Mitmach-Museum

Kleinenbremen (ly). Stundenlang malochen Museumsgäste klaglos in staubiger Luft, schwingen den Hammer, ertragen die Hitze und gehen am Ende des Schmiedetages lächelnd nach Hause. Verrückt? Im Gegenteil: Mitmachen ist angesagt in modernen Museen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 15:48 Uhr

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt: In das alte Wiegehaus im Stei

Weil Schmiedetage oder andere Angebote wie Fossilien-Exkursionen dies deutlich gezeigt haben, sieht das Kleinenbremer Museum für Bergbau und Erdgeschichte sich auf dem richtigen Weg. "Der Erfolg hat uns Mut gemacht", sagt Museumsleiter Dr. Gerhard Franke. Nun wird tüchtig in den museumspädagogischen Bereich investiert. Innerhalb eines Jahres sollen eine Steinhauerei, die Fossilien-Präparation sowie eine Werkstatt zum Experimentieren entstehen. Außerdem wird der Eingangsbereich offener gestaltet, und in den Steinbruch kommt eine Grillhütte, um die Verweildauer der jährlich rund 20 000 Gäste zu erhöhen, wovon das ganze Dorf profitieren soll. "Ich bin sicher, dass wir mit dieser wesentlichen Erweiterung unseres Angebotes viele neue Freunde finden", zeigte sich Dr. Gerhard Franke bei der Vorstellung des Projektes zuversichtlich. Seine Erkenntnis: "Wir müssen uns noch mehr öffnen, Gäste stärker in die Arbeit einbeziehen." Die Kosten für das gesamte Paket bezifferte Dr. Franke mit knapp 328 000 Euro. Bereits bewilligt ist ein Zuschussüber rund 164 000 Euro aus dem EU-Förderprogramm "Leader plus", der Kreis Minden-Lübbecke steuert etwas mehr als 10 000 Euro bei. Beschäftigt werden 25 Langzeitarbeitslose aus Minden und Porta, die sich in Kleinenbremen qualifizieren können. Ein Teil von ihnen ist seit Anfang der Woche tätig. Unterstützt wird die Maßnahme daher vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales über ProArbeit in Porta Westfalica. Für die Qualifizierung sorgt die Mindener Initiative für Arbeit und Schule (Ifas), eine Beschäftigungsgesellschaft. Eigentümer des Museums ist der Kreis, Betriebsträger sind zu gleichen Anteilen Kreis und Stadt Porta Westfalica. Getragen wird die Maßnahme vom Förderverein. Zurzeit holt eine erste Gruppe von Beschäftigten, zehn Männer und Frauen, die alte Wiegeanlage im Steinbruch aus dem Dornröschenschlag. In das zuletzt völlig zugewachsene Gebäude kommt die Steinhauerei, ein Atelier, in dem auch heimische Künstler Einblicke in ihre Arbeit geben werden. Workshops sind in Planung. Ebenfalls umgebaut werden die "Steigerstuben". Seit etwa zwei Jahren steht die frühere Museumsgaststätte mangels Pächtern leer. In die "Steigerstuben"-Küche zieht nun eine Fossilien-Präparation. Allein in diesem Jahr gibt es acht Exkursionen in Steinbrüche der Region, einige stehen noch aus. "Aber mit der Suche nach Fossilien ist es nicht getan, das Präparieren kommt hinzu", betont Museumsleiter Dr. Franke. Aus der ehemaligen Gaststube wird künftig ein Experimentierfeld. Besonders geeignet scheint diese museumspädagogische Werkstatt für Schulklassen, besonders interessant das Thema Magnetismus. Früher mögen Museumsbesucher vor allem Konsumenten von Exponaten gewesen sein. Die Zeiten sind vorbei.

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