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Gemeindeforum: Verhältnis von Gottes Wort und Sakrament

"Jesa Christa" oder "Vater und Mutter" im Vaterunser?

Bückeburg (rc). Das Gemeindeforum der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde befasst sich am Mittwoch, 10. Januar, mit dem Thema des Verhältnisses von Gottes Wort und Sakrament: "Was wirkt das Wort Gottes - und wirkt das Sakrament weniger oder mehr?" Dieser Fragenkomplex berühre auch das Schriftprinzip der Bibel und die Frage nach der Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Daher wird während des Forums das Projekt "Bibel in gerechter Sprache" zu Wort kommen. Beginn ist um 19.30 Uhr im Gemeindehaus neben der Stadtkirche.

veröffentlicht am 06.01.2007 um 00:00 Uhr

An dem Projekt "Bibel in gerechter Sprache" haben in den vergangenen fünf Jahren 52 Theologen gearbeitet. Die Übersetzer wollten die Urtexte der Bibel zu Gunsten sozialer Gerechtigkeit, differenziertem Naturverständnis und jüdisch-christlichem Dialog einer neuen Interpretation öffnen. Zum Ärger der Konservativen in der Kirche, aber wohl nicht für die Menschen,die sich bisher wenig oder gar nicht mit der Heiligen Schrift beschäftigt haben: Über 40 000 Exemplare der Neubearbeitung sind mittlerweile verkauft. Die Konservativen werfen den Verfassern "Manipulation der Urtexte" vor. Theologiewissenschaftlich sei das Werk "unseriös, bibel- und bekenntniswidrig"; Vertreter linksfeministischer Theologie hätten sich "ihre eigene Bibel geschaffen": "Fehlt nur noch, dass man von Jesa Christa spricht", moniert ein Kritiker. Zu den Kritikern gehört auch der Oberkirchenrat der Schaumburg-Lippischen Landeskirche, Dr. Werner Führer, der ebenfalls auf dem Gemeindeforum diskutieren wird. Neben "Herr" solle "Vater" aus der Bibel "verschwinden" oder umgedeutet werden. "Wo die Bibel ,Vater' schreibt, lesen wir jetzt gegen den Wortlaut ,Vater und Mutter' - sogar im Vaterunser", moniert Dr. Führer. "Wer die Bibel nicht neuübersetzt, macht ein Wortmuseum aus ihr", meint dagegen etwa Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter von der Nordelbischen Kirche. Frauen seien endlich wieder sichtbar gemacht worden. Das Projekt "Bibel in gerechter Sprache" bleibe bewusst nahe am Quelltext und verzichte darauf, bestimmte Deutungen vorzugeben. Die Bischöfin: "Die Bibel ist mit der Motivation entstanden, dem mündigen Leser ein ,Kurz-Theologiestudium' zu ermöglichen, bei dem er sein eigenes Verständnis entwickeln kann."



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