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Konzert am Donnerstag, 12. Mai

Jenseits der Riffe: Bushido rappt sich durch das Capitol

Hannover (ey). Von den Rolling Stones hat Noël Bobowk noch nie etwas gehört, weder einen Song noch deren Bandnamen. Und Status Quo ist dem zwölfjährigen Hamelner auch kein Begriff. AC/DC? „Nie gehört… glaube ich“, sagt er. – Die Generation Rock ist mittlerweile dünn besiedelt. Keine Chance, den Jungens von einer Ära vorzuschwärmen, in der „Sympathy For The Devil“ wie ein kostbares Juwel auf den Plattenteller gelegt und die Nadel dann mit Vehemenz draufgepackt wurde. Schier unmöglich ist es, auch noch vom glorreichen Riffe-Ritt eines Angus Young zu erzählen. „Angus wer?“

veröffentlicht am 20.04.2011 um 16:58 Uhr

Was dann oft bleibt, ist: „Bushido! Den finde ich super!“, sagt Noël. Rap und Hip-Hop, das ist es, was die Kids cool finden. „Alles Gute kommt von unten“ ist einer der Lieblingssongs von Noël. Dass er den nicht auf CD hat, sondern auf Handy, ist logisch. Runtergeladen aus dem Internet. CDs sind eher was für die Generation Rock, die … ach, lassen wir das.

Nun kommt’s aber noch richtig dicke: Noël hört sich Bushidos Hip-Hop-Rap-Symbiosen nicht nur auf dem Handy an, wenn er morgens zur Schule geht, sondern darf jetzt auch zum Konzert; mit zwölf Jahren natürlich nicht alleine, sondern mit Mutter Jenni. Die ist 34 und wird den Altersdurchschnitt im Konzertsaal ganz sicher nicht nach unten drücken. „Na ja, ist doch egal. Man muss ja mitreden können. Ich find’s prima“, sagt sie. Und so machen sich Noël und seine Mutter am Donnerstag, 12. Mai, auf den Weg ins Capitol (Schwarzer Bär) in Hannover. Um 20 Uhr steht Bushido auf der Bühne, um 19 Uhr ist Einlass (Eintrittskarten im Vorverkauf).

„Es gibt Leute, die besser rappen als ich“, sagt Bushido ganz realistisch. „Und es gibt darunter solche, die auch über eine gewisse Außenwirkung verfügen. Und trotzdem hat keiner aus dem Hip-Hop-Geschäft auch nur annähernd das erreicht, was ich erreicht habe.“ Nun ja, an Selbstvertrauen hat es dem 32-Jährigen noch nie gemangelt. Kein Gepose ohne Grund, keine Selbstüberzeugung ohne dringlichen Anlass. Überhaupt: die Dringlichkeit – auch so ein Wert, der Bushido immer begleitete. Beschäftigt man sich mit seinem Leben, so bekommt man schnell den Eindruck: Alles musste so kommen. So sein. So werden. Sein extremer Erfolg ist kein Zufall. Er sammelt Auszeichnungen wie andere Panini-Bilder: Echos, Cometen, European Music Awards.

Und was ist jetzt mit den Rolling Stones? Sympathy For The Devil = Sympathy For The Stones, Noël? „Nee, ist nicht so meine Musik.“ Dann eben nicht und viel Spaß bei Bushido.

Blickt seinem Auftritt in Hannover gelassen entgegen: Bushido ist für die jüngere Generation ein echt cooler Typ.



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